Sonderausstellung „Hölle & Paradies. Der deutsche Expressionismus um 1918“

Das Städtisches Museum Engen + Galerie ist ab sofort  unter speziellen Hygienemaßnahmen wieder geöffnet. Die Dauer der Sonderausstellung "Hölle und Paradies - Der Deutsche Expressionismus um 1918" wurde bis 13. September verlängert. Einlass nur mit Mund-Nasen-Bedeckung (für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren). Alle öffentlichen Führungen sind abgesagt und finden nicht statt.

Curt Lahs, Heiliger Sebastian, 1918, Privatbesitz  Bild: Bernhard Strauss 

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Johannes Moser führte Museumsleiter Dr. Velten Wagner in die Ausstellung ein. Die Vernissage wird von Siegfried Pfitzenmaier mit Klavierstücken von Sergej Prokofiev begleitet.
Mit „Hölle und Paradies“ zeigt das Städtische Museum Engen + Galerie mit über 100 Kunstwerken von 30 Künstlern ein Jahrzehnt deutscher Kunstgeschichte, das von tiefgreifenden Umbrüchen gezeichnet war. Gleich zu Beginn der Sonderausstellung werden die bedeutenden Kriegszyklen von Ludwig Meidner (1914) und Otto Dix (1924) einander exemplarisch gegenübergestellt. Die Vorstellung des Krieges und seine grausame Realität bilden den Kristallisationspunkt für eine neue expressionistische Künstlergeneration, die sich mit dem Ende des Ersten Weltkriegs formiert. Es ist die Zeit der gesellschaftlichen Extreme: zwischen Hunger und Verheißung, Revolution und Reaktion, Zukunftsängsten und hochgespannten Idealen. Stilistische Neuerungen wie Kubismus, Futurismus und ein expressiver Naturalismus werden von den Avantgarde-Künstlern Conrad Felixmüller, Georg Tappert und Bruno Krauskopf zur Intensitätssteigerung ihrer Bildsprache eingesetzt. Man möchte die Gesellschaft mit den ästhetischen Mitteln der Kunst erneuern: schöpferisch, spirituell, politisch. Während auf den Straßen der Hauptstadt die Barrikadenkämpfe des Spartakusaufstandes toben, schließen sich die Künstler in ganz Deutschland zu neuen Vereinigungen zusammen: in Berlin zur „Novembergruppe“, in Dresden zur „Sezession
Gruppe 1919“, in Düsseldorf zum „Das Junge Rheinland“. Sie fühlen sich als „Revolutionäre des Geistes“. In der Euphorie des Neuanfangs der Weimarer Republik sind die Hoffnungen groß, den neuen Menschen in einer freiheitlichen Gesellschaft hervorzubringen. Die Kunst soll universal sein: der große Aufbruch der Gegenwart, Erlebnis und Zukunftsvision - von der „Hölle“ des Krieges ins „Paradies“ einer friedlichen, vergeistigten Menschheit, wie sie die süddeutschen Expressionisten Gottfried Graf, Albert Mueller und Josef Eberz herbeiträumen.
Neben dem berühmten Dreigestirn Meidner – Felixmüller – Dix
und den sich zwischen Figuration und Abstraktion bewegenden „Körperbildern“ greift die Konzeption der Ausstellung mit „Blick, Porträt, Maske“ den abgründigen, hypnotischen Blick auf. Dieses für den Expressionismus so charakteristische Thema ist auch Gegenstand einer 15-minütigen Sequenz aus Fritz Langs „Dr. Mabuse“, dem Stummfilmklassiker von 1922 über die diabolische Verführungskraft eines Verwandlungskünstlers. Die unterschiedlichen Themen des Expressionismus werden eingehend im zur Ausstellung erscheinenden Katalog behandelt.

Informationen zur Sonderausstellung 2020
„Hölle & Paradies. Der deutsche Expressionismus um 1918“ im Städtischen Museum Engen + Galerie.
3. März bis 13. September 2020 (verlängert)
Vernissage: Sonntag, 1. März, 11:30 Uhr
Öffnungszeiten: Di-Fr: 14-17 Uhr; Sa, So: 11-18 Uhr.
Eintritt: 6 Euro/ermäßigt 5 Euro
Städtisches Museum Engen + Galerie, Klostergasse 19, 78234 Engen, Tel. 07733 502-211; Fax 07733 502-281; rathaus@engen.de
Kontakt: Dr. Velten Wagner, Kulturamt, Städtisches Museum Engen + Galerie; Tel: 07733 502-246; Fax: 07733 502-281; E-Mail: vwagner@engen.de
 
Anfahrt: Mit der Bahn: Alle 30 Minuten mit dem Seehas ab Kreuzlingen/Konstanz nach Engen. Das Museum liegt mitten in der Altstadt, knapp 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof.
Mit dem Auto: Die A 81 an der Anschlussstelle Engen verlassen. Auf der B 491 der Beschilderung nach Engen folgen. Nach ca. 300 Meter links die Ausfahrt in Richtung Altstadt nehmen. Die Parkplätze sind ausgeschildert. Das Museum befindet sich im Stadtzentrum, zu Fuß in ca. 5 Min. zu erreichen.

Infos und Begleitprogramm zur Sonderausstellung (958,9 KB)

 

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