Ausstellungen 2018

27.01.2018-11.03.2018

Nadin Maria Rüfenacht, "Radar - Fotografien, Fotocollagen und Fotogramme"

Die Ausstellung ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet.

Die 1980 im Schweizer Burgdorf geborene Nadin Maria Rüfenacht studierte von 1999 – 2005
Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Unter anderen erhielt sie 2005 den Preis der Kiefer Hablitzel Stiftung, Swiss Art Awards Basel und nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, der Schweiz und Frankreich teil.
Das Motiv des domestizierten Tieres kehrt in Nadin Rüfenachts Arbeiten immer wieder, in der Form kleiner, gesammelter Plastikpferde, tierförmiger Roboter und nicht zuletzt in sorgfältig ausgearbeiteten Porträtsitzungen und Stillebendarstellungen, wofür ihre eigenen Windhunde Modell stehen. Im Begriff der »Nature Morte« bündeln sich die verschiedenen Perspektiven der Künstlerin wie unter einem Brennglas. Hinter der »toten Natur« und den »Stilleben« verbirgt sich ein vielfältiges Dispositiv des Todes. Der schonungslos gezeigten Reduktion des Tieres auf seine Materialität stehen kunstvolle Choreographien gegenüber, beide Sichtweisen sind nur sehr unterschiedliche Aufführungen eines gespenstischen Totentanzes. Der einen liegt die moderne, technische Rationalisierung unserer ökonomischen Verwertung von Tieren zu Grunde und der anderen die kulturelle Sublimierung unserer Schuld, dass wir sie uns angeeignet haben. (Florian Ebner, Textauszug aus „Nature Morte“)

Vernissage: Freitag, 26. Januar, 19:30 Uhr

Nadin Maria Rüfenacht, Jankel, Collage, 2013
Foto: Künstlerin

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

24.03.2018-06.05.2018

Barbara Armbruster und Julia Kernbach, "Grün. Licht. Raum."

Barbara Armbruster, geboren in Bad Waldsee, studierte Freie Grafik und Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Profs. Rudolf Schoofs und Marianne Eigenheer. Sie lebte von 1999 bis 2012 in Kairo, seit 2013 in Stuttgart.
 
Die in Ravensburg geborene Julia Kernbach studierte von 1999 – 2006 an der Kunstakademie Düsseldorf Fotografie bei Prof. Thomas Ruff. Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.
 
Barbara Armbruster interessieren kulturelle und gesellschaftliche Räume, Strukturen und Identitäten in unserer globalen Welt. „Barbara Armbruster arbeitet mit verschieden Medien und bewegt sich zwischen verschieden Kulturen und Kontinenten, zwischen Orient und Okzident. Neben Fotografie, performativen Videos spielen in einem vielschichtigen Beziehungsgeflecht auch großformatige Zeichnungen und Malerei eine Rolle. (Auszug Text Galerie G von Dr. Gudrun Selz Freiburg, 2013).
 
Die Arbeiten von Julia Kernbach beschäftigen sich mit Fotografie und Collage. Dabei ist die Fotografie nicht als Dokumentation zu verstehen, sie ist kein abbildendes Medium einer vorgelagerten Realität. Vielmehr ist sie selbst bildgebend und erzeugt ihre eigene Wirklichkeit. Die Collage fügt sich analog und digital in die Werke von Julia Kernbach ein.

Vernissage: Freitag, 23.März, 19:30 Uhr

Julia Kernbach, Cowboy 1, 2016
Foto: Künstlerin

F o r u m r e g i o n a l

Werkschau - Museumspädagogik

30.03.2018-29.04.2018

n der umfangreichen Werkschau werden Arbeiten der Teilnehmer/innen ausgestellt, die im Workshop- Atelier 2016/17 entstanden sind. Zu sehen sind Arbeiten zwischen gegenständlich und abstrakt der unterschiedlichsten Techniken - mit Acryl, Kreiden, Kohle, Collagen oder Scherenschnitte etc. Unter ihnen sind immer wieder kleine Meisterwerke zu entdecken, die wie zufällig entstanden zu sein scheinen. Doch steckt jede Menge Fantasie, Konzentration und Einfühlungsvermögen dahinter – all dies Fähigkeiten, die die Teilnehmer/innen während der Workshops gemeinsam mit Kursleiterin Gabriele Schlenker entwickelt haben.Nach der Einführung durch Museumsleiter Dr. Velten Wagner und Gabriele Schlenker gibt es reichlich Gelegenheit zu Gespräch und gegenseitigem Austausch...

Vernissage: Donnerstag, 29.März, 19.30 Uhr

Teilnehmer/innen an einem Workshop
Foto: Stadt Engen

Jörn Grothkopp, "Wir sehen"

19.05.2018-01.07.2018

Jörn Grothkopp wurde 1969 in Bergen auf Rügen geboren. Von 1992 - 1997 studierte er Malerei an der HfBK Dresden. 2001 erhielt er den VEAG Kunstpreis. Arbeiten des Künstlers befinden sich in zahlreichen internationalen Sammlungen. Heute lebt und arbeitet Grothkopp in Berlin.
 
Die Auflösung, gar das Verschwinden des Bildgegenstandes erzählt oft mehr über seine Präsenz als seine detailgenaue Schilderung. Je ungreifbarer das Motiv, desto mehr wird das Sehen des Betrachters aktiviert, das Bild in die Gegenwart seines Wahrnehmungsprozesses zurückzuholen, es gleichsam wie den Ausschnitt einer lieb gewordenen Erinnerung in seinem Gedächtnis wachzurufen. Jörn Grothkopp arbeitet mit der bildnerischen Dialektik des Verschwindens und Wiederwachrufens, des scheinbar leeren Raumes, in den das nur Angedeutete mit umso größerer Intensität aufscheint. Ob in der Serie der Hochzeitbilder, der Kois oder der Mona Lisa – die in gefärbten Weißtönen wie Erinnerungsbilder aus der Leinwand herauswachenden Farbflächen verschränken sich zu wiedererkennbaren Motiven und sind doch zugleich reine Flächenkompositionen. Sie verbleiben in der Schwebe zwischen dem unauslotbaren Gegenstand und seiner figurativen Abstraktion. Ob dies Gesichter sind oder Fische oder eine kunsthistorische Ikone, diese Fragen treten in den Hintergrund angesichts einer Malerei, deren hoher Abstraktionsgrad die Vieldeutigkeit des räumlichen Sehens thematisiert und in das Zwischenreich von Sichtbarkeit und Imagination führt.

Vernissage: Freitag, 18.Mai, 19:30 Uhr

Jörn Grothkopp, ML 2, Öl auf Leinwand, 2017
Foto: Künstler

Sandra Ackermann, "Floating"

14.07.2018-26.08.2018

Die 1974 geborene Sandra Ackermann studierte 1997 – 2003 bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt und lebt heute in Deutschland und Großbritannien.


Sandra Ackermann ist sich in ihren Arbeiten über die modernen Schönheitsideale der Frau bewusst. Ihre weiblichen Figuren divergieren zwischen der Darstellung von Natürlichkeit und Stilisierung. Die individuell beleuchteten Sujets verbinden die Ambivalenzen der Realität. Die Bildsprache der Arbeiten von Sandra Ackermann ist oft metaphorisch. Die Darstellung setzt sich zusammen aus dem weiblichen idealen Körper und dem konstruierten Hinter- und Vordergrund. Dabei fungieren Hinter- und Vordergrund einerseits wie ein Scanner oder ein Bildschirm der versteckten Gedanken und Empfindungen. Andererseits spiegelt es aktuelle politische als auch kulturelle Ereignisse wider. Die Arbeiten der Künstlerin sind eine Art visueller Dokumentation von Gewalt, Terror oder der sozialen Ungerechtigkeit, verpackt in einer ästhetischen Darstellung der schönen Projektionsfläche (Sofia Sokolov, Ödland, Auszug)

Vernissage: Freitag, 13.Juli, 19.30 Uhr

Sandra Ackermann, Blom Ba Dom!, Öl auf Leinwand, 2016
Foto: Künstlerin

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

Hubert Kaltenmark, "N U M B E R D I A R Y - Arbeiten aus dem Zahlentagebuch"

08.09.2018-28.10.2018

Der Künstler Hubert Kaltenmark wurde in Tübingen geboren und besuchte ab 1986 die Meisterklasse für Steinbildhauerei bei Erwin Rager und Ernst Vollmer in Aschaffenburg. 1990 folgte ein Studienaufenthalt auf Island. Der Künstler lebt und arbeitet am Bodensee.
 
„Numberdiary“, Nummern-Tagebuch, nennt Kaltenmark seine neue Werkserie, an der er seit Oktober 2017 arbeitet. In ihr verbindet er seine so genannten Pigmentdrucktransfers, die er seit einigen Jahren herstellt, mit den Zahlen aus seinem Notizbuch. In Eitempera, dem klassischsten Malmittel, schreibt er sie auf die Bilder, Reihe für Reihe. Wofür sie stehen, ist für einen Außenstehenden in den meisten Fällen unergründlich: vielleicht für die Kilometer, die Kaltenmark gefahren ist, oder eine Telefonnummer. Hinzu kommt eine zweite Schwierigkeit: Wie im Notizbuch scheidet auf den Bildern kein Punkt, kein Komma und keine Leerstelle die Datensätze voneinander. „Jede Zahl, die als weitere Information hinzukommt, löst die Information der vorhergehenden Zahlen auf“, sagt Kaltenmark. Das Ergebnis ist eine Datenflut, die als Analogie auf den Informationsaustausch in der vernetzten Welt verstanden werden kann.
 
Als Betrachter eines solchen Bildes hat man alle Informationen vor sich und ist doch auf Mutmaßungen angewiesen. Wenn Zahlen nun aber interpretiert werden müssen, heißt das, dass von außen Bedeutungen an sie herangetragen werden: „Ein Außenstehender liest aus den Zahlen etwas ganz anderes als ich. Damit werden meine Zahlen zu seinen Zahlen.“ Eine absurde Konstellation, bei der sich der Künstler in der „Weltsprache“ der Zahl völlig offenbart, nur um in der Konsequenz umso gründlicher im Dunkeln zu bleiben.
 
Auch Kaltenmark selbst kann die meisten Zahlen nicht mehr nachvollziehen. „Ich bin auch nicht viel schlauer als jeder, der sich das ansieht“, gesteht er. „Sicher ist nur, dass die Zahlen richtig sind. So wie sie da stehen, haben sie für mich eine Rolle gespielt.“ Es bleibt bei der Suche nach dem Maßstab, der den Zahlen ihren Sinn wiedergibt, und der mit jeder neu hinzugefügten Zahl doch nur ausgelöscht wird. Kaltenmark notiert sein Leben ähnlich wie ein Kartograph, der die Welt ohne festes Längenmaß vermisst. Harald Ruppert (Auszüge)

Vernissage: Freitag, 07.September, 19.30 Uhr

Hubert Kaltenmark, Numberdiary 7.3.14-23.3.14, Pigmentdrucktransfer auf Chinapapier, Holz, Eitempera, 50x40x5 cm, 2014
Foto: Künstler

F o r u m r e g i o n a l

Denkmalpflege – Heimatpflege im Landkreis Konstanz

14.09.18-04.11.18

Ohne den Denkmalschutz wären viele Städte und Dörfer nicht mehr wiederzuerkennen. Eine überaus rege Bautätigkeit hat fast überall zu durchgreifenden Veränderungen geführt, wodurch vieles an alter Bausubstanz verloren gegangen ist. Doch es gibt auch eine große Zahl von Baudenkmalen, die mit beachtlichem Aufwand saniert und somit erhalten geblieben sind.

Die Ausstellung zeigt anhand einiger Beispiele, was durch die Denkmalpflege möglich geworden ist. „Vor wenigen Jahrzehnten war die Konstanzer Altstadt noch grau, baufällig, an manchen Stellen sogar verkommen, und Engen sah ruinös aus. Man wollte bedeutende Teile der Altstadt abreißen, um wie in der Vormoderne Platz zu schaffen für Neues“, so Wolfgang Kramer, Kreisarchivar und Leiter des Referats Kultur und Geschichte im Landratsamt Konstanz.

Nicht zu allen Zeiten haben sich die Menschen um den Erhalt der Monumente ihrer Vorfahren gekümmert. Lange Zeit galt das Interesse stets mehr dem Neuen als dem Alten. Noch in der Nachkriegszeit wurden in Engen historische Monumente ohne Bedenken abgerissen bzw. waren zum Abriss vorgesehen. Der Gedanke, alte Gebäude, mittelalterliche Straßenzüge oder ganze Altstädte zu „musealisieren“ und dadurch in ihrem ursprünglichen Baustil zu erhalten, kam erst in der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert langsam auf.

„Die Ausstellung will darauf hinweisen, dass Denkmalpflege ein wichtiger Teil der Heimatpflege ist und dass ihre Arbeit für die Gesellschaft in der Öffentlichkeit stärker wertgeschätzt werden sollte“, betont Kramer. Die Ausstellung wurde konzipiert von dem Referat Kultur und Geschichte des Landratsamts Konstanz zusammen mit dem Hegau-Geschichtsverein und 2017 zum ersten Mal in der Bodenseehalle des Landratsamts Konstanz gezeigt.

Vernissage: Donnerstag, 13.September, 19:30 Uhr

Bild: Die Ausstellung im Landratsamt Konstanz
Foto: Stadt Engen

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

Katrin Parotat, "Auflösung Ordnung Komplexität"

10.11.2018-06.01.2019

Katrin Parotat, geboren 1990 in Engen, studierte Malerei/Textile Künste an der Erlenbach Kunstschule in Berlin und an der Kunsthochschule Halle, Burg Giebichenstein. Im Wintersemester 2015/2016 erhielt sie ein Erasmusstipentium an der Mimar Sinan Universität in Istanbul.
 
Katrin Parotat ist Textilkünstlerin und hat 2017 ihr Studium abgeschlossen. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit hat sich die junge Künstlerin mit dem Thema Orientierung, Ordnungsbildung und deren Auflösung auseinandergesetzt. Dabei hat sie die Wirkung von übersichtlichen bis zu komplexen Strukturen auf formaler Ebene untersucht. In der Ausstellung „Auflösung Ordnung Komplexität“ werden Arbeiten und Experimente zu sehen sein, die während der Diplomphase und im Anschluss entstanden sind.
Was bedeuten Strukturen für den Menschen?
Wie verändern sich ordnungsbildende Systeme, gerade in der heutigen Zeit, in der Konstanten und für selbstverständlich erachtete Lebensweisen aufbrechen?
Können Strukturen beweglich sein?

Vernissage: Freitag, 09.November, 19:30 Uhr

Katrin Parotat, Komplexe Gefüge, Still Videoloop, Größe variabel, 2017
Foto: Künstlerin

F o r u m r e g i o n a l

Monika Rosenberger, "inMotion"

16.11.2018-13.01.2019

An den Bildern von Monika Rosenberger erkennt man gleich, dass die Malerin sich für den Prozess des Malens interessiert. Da sieht man die pure Freude an einem gestischen, an einem impulsiven Spiel mit der Farbe und der Form, man erlebt, wie die Künstlerin sich ohne intellektuelle Hürden und Hindernisse in das Bild hinein begibt. Es bricht aber kein anarchisches Chaos aus, sondern die ordnende Hand ist nach wie vor in der Komposition zu erkennen, und auch gegenständliche Elemente wie Boote, Ruder, Netze, Fischreusen und Menschen, manchmal auch Schrift oder andere Zeichen sind in die Werke eingefügt. Monika Rosenberger sagt selber, dass sie oft keine Bilder, keine Vorbilder im Kopf hat, bevor sie zu malen beginnt, sondern dass sie mit einem Gegenstand anfängt, und das Bild sich dann entwickelt und wächst. Sie begibt sich auf einen Weg, und das Ziel ist nicht vorhersehbar, es ist ein Spiel mit dem Unbekannten, und dabei kommen wunderbar feinfühlige und auf den ersten Blick lebensfrohe Endprodukte heraus.
 
Dennoch ist es nicht nur das Leichte, die Landschaft, die Freude an hellen Farben, das Licht des Südens, das positiv-bewegte und Spielerische, das ihre Kunst auszeichnet, denn es gibt auch durchaus ernste Themen, die sie in ihren Serien, so z.B. in der Serie „Menschenrechte“ verarbeitet. Hier werden existenzielle Bedürfnisse und Rechte des Menschen nach Freiheit, nach freier Ausübung von Meinung, von Versammlung, von Religion und anderes angesprochen. Da erkennt man vermummte Menschen oder Gitter, die wie Gefängnisse anmuten, Vögel, die frei werden, sperrige Barrieren, die Menschen in ihrer Freiheit einschränken. Und ist das Boot voller Menschen, von denen wir nur die Köpfe sehen und das an einem hellen Sandstrand angeschwemmt wird, nicht vielleicht eine Anspielung auf die vielen Flüchtlinge, die aus „unfreien“ Ländern nach Europa streben, um hier ihre Freiheit endlich leben zu dürfen ? Da geht es nicht mehr nur um ein Spiel, sondern da werden ernste Themen angesprochen, Ankunft und Abschied, Hoffnung und Traum, die uns alle angehen. (Ulrike Niederhofer)
 
Vernissage: Donnerstag, 15.November, 19.30 Uhr

Bild: inMotion#3⁄1
Foto: Künstlerin

Ausstellungen 2019

Vivian Kahra,"DASEIN"

19. Januar 2019 – 17. März 2019

Die 1971 in Braunschweig geborene Vivian Kahra studierte an der dortigen Hochschule für Bildende Künste, bevor sie für über 10 Jahre in die USA ging. Seit 2017 lebt sie in Freiburg.
Kahra gehört zu den leisen, poetischen Künstlerinnen ihrer Generation. In ihrer Malerei scheinen Figuren und Räume aus dem gleichen schwebenden und leichten Stoff gemacht, der ihnen eine in sich bewegte Schwerelosigkeit verleiht. Das äußerlich und das innerlich Sichtbare sind für sie Phänomene der gleichen Intensität, die je nach Empfindungsgehalt einen anderen bildnerischen Ausdruck erhalten: sei es durch einen zarten oder kraftvollen Farbauftrag, durch Transparenz oder Dichte, den Strich des Bleistiftes auf purer Grundierung oder die raue Geste der Pinselspur. Eigentlich versucht die Künstlerin, jene intuitiven und uneinholbaren Lebensmomente ins Bild zu setzen, die trotz oder wegen ihrer Flüchtigkeit magisch anmuten. Vivian Kahra öffnet ihre Malerei für Sehnsüchte, die sie nicht stillt, erfindet Figuren, deren Bewegungen in sich zurückgenommen werden, und Bildräume, deren Energien gleichermaßen freigesetzt wie zurückgebunden werden. Aus diesem Pulsieren entsteht ein Gleichgewicht aus Rationalität, Empfindsamkeit und Fragilität: eine Magie der Nüchternheit.

Vernissage: Freitag, 18. Januar, 19:30 Uhr

Vivian Kahra, The painter, Öl auf Leinwand, 2017
Foto: Künstlerin

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

Dieter Konsek, "Manchmal braucht Schwarz etwas Farbe"

30. März 2019 – 26. Mai 2019

Dieter Konsek, 1962 in Ettlingen geboren, studierte Visuelle Kommunikation in Pforzheim und Malerei in Bad Reichenhall bei Heribert C.Ottersbach.
Die Zeichnung ist für Dieter Konsek Ausgangspunkt seiner künstlerischen Arbeit. Während tagsüber die Zeichnungen draußen im Schatten der Bäume entstehen, ist der nächtliche Strich durch die düsteren, abgründigen Radierungen Goyas inspiriert. Dieter Konsek bildet dabei die vorgefundenen Motive nicht ab, sondern eignet sie sich mit dem Zeichenstift an, verwandelt sie durch seinen bisweilen wilden, gestischen Strich oder lässt sie zu rhythmischen Strukturen verschmelzen.
Der Übergang zu seiner Malerei ist dabei nahezu fließend. Im Vordergrund steht auch hier die prozessorientierte Arbeit, der stete Versuch des Neuanfangs und des Verwerfens. Auf diesem Weg gelingt es dem Künstler, jenem Wesen der Dinge nachzuspüren, die man als eine Umschreibung lebendiger Prozesse, von Wachstum und Rhythmus bezeichnen könnte: eine Choreografie der Konzentration und der Verflüchtigung.

Vernissage: Freitag, 29. März, 19:30 Uhr

Dieter Konsek, Am Morgen, Acryl und Kohle auf Leinwand, 2018
Foto: Künstler

F o r u m r e g i o n a

Gary Krüger, "Stillstand"

5. April 2019 – 26. Mai 2019

Gary Krüger, der 1959 in Australien geborene, früh nach Deutschland gekommene und heute in Rielasingen wohnende Künstler präsentiert Acrylmalereien und Heliogravüren. Die Malerei mutet auf den ersten Blick fotorealistisch an, löst sich bei genauerem Hinschauen aber in feinste Punkte auf.
Unter Ausnutzung der besonderen Wirkungseigenschaften der Heliogravüre – einer besonders feintonigen Drucktechnik - gelangt Krüger zu sinnlichen, atmosphärisch verdichteten Bildlösungen, die vorrangig auf dem Gestaltungsprinzip der Überlagerung mehrerer Bildebenen und Realitätsschichten beruht. Die formatfüllenden Darstellungen von maritimen Gerätschaften, Fangvorrichtungen, Küstenlandschaften künden von seiner Faszination für die Welt des Meeres und der Schifffahrt. Feinmaschige Netze, salzverkrustete Bojen und immer wieder das Sujet der Seile – verschlungen, verknotet, aufgehäuft oder frei liegend – sind mit klarer Bildregie zu nahsichtig erfassten Kompositionen verdichtet (Andreas Gabelmann).

Vernissage: Donnerstag, 4. April, 19:30 Uhr

Gary Krüger, Stillstand, Acryl auf Leinwand, 2012
Foto: Künstler

Anna Lena Grau, "Packstücke"

8. Juni 2019 – 11. August 2019

Anna Lena Grau wurde 1980 in Hamburg geboren und studierte dort von 2000 – 2007 an der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) bei Hanne Loreck und Pia Stadtbäumer. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Galerie in der Wassermühle Trittau, wo die Künstlerin 2018/19 Stipendiatin ist.
Die dreidimensionalen Objekte und Installationen von Anna Lena Grau lassen sich als offene Kunstwerke bezeichnen, als Anstöße und Anregungen für gedankliche Prozesse, die an der Schnittstelle von wissenschaftlichen und kulturhistorischen Phänomenen anzusiedeln sind. So beschäftigt sich die Künstlerin beispielsweise mit Faltenwürfen, die aus Ton modelliert, aus einzelnen Abgussfragmenten einer verlorenen Form zusammensetzt oder in Holz geschnitzt werden. Die dabei entstehenden tiefen Furchen und Auswölbungen erinnern gleichermaßen an natürliche Prozesse, etwa die Abtragung und Verformung von Gestein durch Wasser, als auch an bildkünstlerische Verfahren wie das Schnitzhandwerk. Ein zentraler Gedanke, den Anna Lena Grau in ihren künstlerischen Produktionen aufwirft, besteht darin, das Material und seine kulturhistorische Dimension als unabgeschlossenen, prinzipiell auch umkehrbaren Werdeprozess darzustellen. Wenn sie etwa die aus Metallbarren bestehende Ladung eines im 14. Jahrhunderts vor Christus gesunkenen Schiffes aus Kunststoffgranulaten entsorgter Plastikwaren nachgießt, spielt sie auf das Transformationspotenzial an, das in den Barren, seien sie aus Metall oder aus Plastik steckt, an ihre Umwandlung in recycelbare Handelswaren oder skulpturale Zeichen. In der Anschauung von Anna Lena Grau gibt es keinen Gegenstand, der durch Gestaltveränderung und gedankliche Assoziation nicht in sein Gegenteil verkehrt, wenigstens aber zu einem anderen Gegenstand im fließenden Kontinuum von Raum und Zeit werden könnte.

Vernissage: Freitag, 7. Juni, 19:30 Uhr

Anna Lena Grau, Packstücke, Gips, Ton, Silikon, 2017/18
Foto: Heiko Neumeister

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

Sabine Becker, "blauwärts"

24. August 2019 – 27. Oktober 2019

Man kann vorwärts, seitwärts oder rückwärts blicken. Und wenn Sabine Becker in dieser Ausstellung die Blicke “blauwärts“ lenken möchte, zeigt die Malerin eine gewünschte Richtung an: ins Blau. Seit Jahren beschäftigt sich die Künstlerin mit einem leuchtenden blauen Kobaltpigment. Der Blick taucht in das Blau, ohne Widerstand zu begegnen. Daher und aufgrund unserer Urerfahrung mit Wasser und Himmel gilt Blau als Farbe der Ferne und unbegrenzten Dimension.
Sabine Becker nimmt der Ausstellung im ehemaligen Kloster St. Wolfgang Bezug nehmen auf den ehemaligen Kirchenraum. Wer ihn betritt, dessen Augen wandern zwangsläufig zu den kobaltblauen Arbeiten der Künstlerin, vielleicht aber auch zu den Fensteröffnungen, welche die Sicht auf das Blau des Himmels frei geben.
In der christlichen Symbolik gilt Blau als die himmlische Farbe. BLAU wird zur Farbe des Glaubens und der Treue. In einen blauen Mantel gehüllt, nimmt Maria als Himmelsgöttin eine „Vermittlerfunktion“ ein. Sie verbindet Himmel und Erde, Nähe und Ferne sowie das Göttliche mit dem Irdischen. Indem die Künstlerin das ehemalige Kloster, das nach der Säkularisierung für weltliche Zwecke genutzt wurde, mit ihren blauen Bildern gestaltet, knüpft sie an diese Vermittlungssymbolik an.
Das heutige Museum blickt auf eine Jahrhunderte lange, wechselhafte Geschichte zurück. Der Kirchenraum besitzt eine kontemplative Ausstrahlung, eine Atmosphäre, die Sabine Becker mit ihren blauen Bildern nutzen möchte, denn Blau ist nicht die Farbe des Wissens oder der Gewissheit, sondern die Farbe des Glaubens, der Unbestimmtheit und der Sehnsucht. Bedenkt man darüber hinaus, dass ein Teil der Klosterkirche in späteren Zeiten als Gefängnis genutzt wurde, erscheint der Blick durch die Fenster ins Blau des Himmels in einem völlig neuen Licht.
Sabine Becker wurde in Lübeck geboren. Sie lebt und arbeitet in Konstanz am Bodensee. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich konsequent mit der Farbe BLAU, genauer: Kobaltblau. Sabine Beckers Arbeiten zeigen eine strukturierte Oberfläche, welche die Materialität von Farbe betont und einen starken haptischen Charakter besitzt. Die Arbeiten sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten, werden auf verschiedenen Kunstmessen gezeigt und waren auf Ausstellungen von A wie Appenzell bis T wie Tokio zu sehen.
(Michael Kühl-Lenjer)

Vernissage: Freitag, 23. August, 19:30 Uhr

Sabine Becker, o.T., Kobaltpigment/Acryl auf HDF, 2016
Foto: Künstlerin

F o r u m r e g i o n a l

Renate Gaisser, "Im Fluss"

30. August 2019 – 20. Oktober 2019

Die 1961 in Reutlingen geborene Renate Gaisser kam über ein Studium der Architektur zur Malerei. Anfang der 1990er Jahre entdeckte sie die Landschaftsmalerei für sich. Speziell die Gaisserschen Winterlandschaften in sparsamen Grau- und Brauntönen zeigen das Raue und Karge der Alb, wohingegen ihre Sommerbilder großzügig Wärme und Farbe verströmen. Die von der Künstlerin fein ausbalancierten, mal kräftig dominante, mal schwebend zarte Grün- und Gelbtöne entwickeln dabei ihre eigene Bildatmosphäre. Renate Gaisser erfasst – nach einem intensiven Prozess des Sehens – ihre Landschaften intuitiv, ohne sie dabei fotografisch abzubilden; sie entwickelt räumliche Gegebenheiten und erhebt Schattenbildungen zum bevorzugten Gestaltungselement. Die Künstlerin lotet bildnerisch Grenzen aus und macht Brüche deutlich, die sichtbare Welt wird von ihr malerisch neu konstruiert. Dabei wechselt sie souverän zwischen weich geprägter Pinselführung und farblich hart gesetzten Kontrasten. Die sich daraus ergebende Spannung im Bild wird fast greifbar und eröffnet einen Blick auf das „hinter“ der Leinwand Liegende. Starke, lang gezogene Pinselstriche voller Energie werden durch einen häufig hoch angesetzten Horizont kontrastiert und spiegeln – gerade bei ihren Rapsfeldern – die Weite der Landschaft. Renate Gaisser schafft in ihren Arbeiten, die von starker Tiefenräumlichkeit beziehungsweise einer Plastizität des Gegenständlichen sowie flächiger Bildhaftigkeit geprägt sind, eine Malerei, die beides ist: gegenständlich und abstrakt und die dabei gleichzeitig Expression wie Impression vermittelt. (Barbara Krämer)

Vernissage: Donnerstag, 29. August, 19:30 Uhr

Renate Gaisser, Sumpflilienkraut_6, Öl auf leinwand, 2017
Foto: Künstlerin

David CzuprynHoly, "Ghosts"

9. November 2019 – 6. Januar 2020

David Czupryn (*1983) hat bei Georg Herold, Lucy McKenzie und Tomma Abts in Düsseldorf ­studiert. Er ist ein Meister des Trompe-l’Œil-Effektes, jener jahrhundertealten Kunst der Augentäuschung, die bei ihm ein unerwartetes Comeback feiert. Mit Pinsel und Farbe bildet er mimetisch Oberflächen nach, Handschrift und Gestus werden so geradezu provokativ negiert. Die Bilder – David Czupryn arbeitet mit starken harmonischen Kontrasten und trägt die Farbe transluzid auf – wirken wie aus einem Guss, sie sind nicht fotorealistisch, sondern illusionistisch dreidimensional. Den ruhigen Gründen, Standflächen und Bewegungsmotiven werden Pfeile und andere grafische Elemente beigesellt. Neben ausgreifenden Gliedmaßen ziehen gebrochene ­Symmetrien, Fallendes, Schwebendes, Verbundenes, Verschränktes, Geöffnetes und Durchsichtiges die Aufmerksamkeit auf sich – gleichsam Bilder im Bild, aber auch einander umspielende Versatzstücke. Kein Wunder, dass der Maler die Surrealisten schätzt, aber auch eine gewisse Vorliebe für Alfred Kubin bekundet. Die Verrätselung, die er betreibt, steht aber nicht in der Tradition der Schwarzen ­Romantik, sondern erinnert an Alexander Calder und Naum Gabo, aber natürlich auch an das spitz­bübische Werk von Georg Herold. So lassen sich David Czupryns Bilder denn auch ohne Umschweife als gemalte Installationen begreifen, in denen Konstruktivismus, Kinetik und Surrealismus ironische ­Urständ feiern. Oder auf Neudeutsch: Hier teilen sich Calder, Dalí und Herold die App. (León Krempel) 

Vernissage: Freitag, 8. November, 19:30 Uhr

David Czupryn, He she it, Öl auf Leinwand 2017
Foto: Künstler

 

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Dr. Velten Wagner

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