Ausstellungen 2022

Jahresprogramm 2022 (83,9 KB)

Workshops 2022 (89,7 KB)

Für das Städtische Museum Engen + Galerie wird derzeit eine eigene Internetpräsentation erstellt.
In den nächsten Wochen wird der neue Internetauftritt, mit ausführlicheren Informationen, verfügbar sein.
Nachfolgend schon mal eine Übersicht zu den Ausstellungen 2022:

Birte Horn, Keep it going

20. November 2021 – 16. Januar 2022

Vernissage: Freitag, 19. November 2021, 19:30 Uhr

Birte Horn ist eine fotografierende Malerin oder besser gesagt: Sie fotografiert ganz und gar unspektakuläre „Restgegenstände“, wie sie es nennt, das sind zumeist Architekturen und Innenräume, die ihre Funktion verloren haben und bald schon abgerissen und verschwinden werden. Wie zum Beispiel im Gebiet des Braunkohletagebaus Garzweiler, wo ganze Ortschaften umgesiedelt wurden, nachdem sie in menschenleere Geisterdörfer verwandelt wurden. Birte Horn bleibt aber nicht bei der Dokumentation des Vergänglichen stehen, sondern transformiert die Fotografien in bildnerische Flächen- und Elementarformen. Sie löst bestimmte Teile aus den bestehenden Kontexten, überträgt sie malerisch auf Leinwand, vergrößert Details, entwirft und kombiniert unterschiedliche Strukturen miteinander oder reliefiert die Bildfläche, indem sie unterschiedliche Teile der Leinwände übereinander näht. Im Ergebnis sieht der Betrachter großflächige, sich eindeutiger Zuordnung entziehende Flächen mit einer diffusen Tiefenwirkung, einen Mix aus linearen und ornamentalen Strukturen, die den Leinwänden einen ganz eigenen, zwischen Nah- und Fernwirkung fluktuierenden Rhythmus verleihen. Es ist beeindruckend, welche Weite, Transparenz und formale Reichtümer die Bilder der 1972 in Düsseldorf geborenen Künstlerin ausstrahlen. Als Betrachterin möchte man fast nicht nur sehen, sondern wahrnehmen und sich auch körperlich in die malerische Fülle hineinbegeben.

Birte Horn, stück_54, 2020, Öl auf Leinwand, genäht
Foto: Künstlerin
 

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n
 
Stefanie Krüger
 
Tagtraum
 
29. Januar – 27. März 2022
 
Stefanie Krüger beschäftigt sich in ihren Gemälden mit Phänomenen aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Kühle, Klarheit und Distanz zeichnen ihre Arbeiten aus. Dennoch wirken die Szenen und Orte, als seien sie einer Traumwelt entsprungen. Oder wie Wolfgang Heger schreibt: „ Da gibt es beklemmend magische Momente aber auch lyrische Verzauberung. Surreale Gedankenwelten stehen vielleicht am Anfang, aber die Entdeckung der Künstlichkeit, besser vielleicht der Fremdartigkeit der Welt liegt in der Wahrnehmung des Realen. Leise Verschiebungen der Alltagswahrnehmung reichen aus, ein Aushebeln der Bezugsregeln und Wahrnehmungs- bzw. Darstellungskonvention. Verweisen könnte man in diesem Zusammenhang etwa auf die Collagen eines Max Ernst, der wie Stefanie Krüger vorgefundenes Material aus Illustrierten so montiert, dass banale Situationen durch die neuen Kontexte merkwürdige Bildwirkungen hervorbringen, eigenartige Gefühlsebenen anklingen lassen, die man wie zeitlich von weither zu kennen glaubt.“

 
 
F o r u m  r e g i o n a l
 
Wolfram Scheffel
 
Süd Südwest 
Landschaft_Architektur_Malerei
 
05. Februar – 27. März 2022
 
Naturlandschaften und Stadtlandschaften, menschenleer, in kraftvollen und bunten Farben, die an die Pop-Art erinnern – so könnte man mit wenigen Worten die Kunst Wolfram Scheffels charakterisieren. Er wurde 1957 in Itzehoe geboren, lebt seit über 20 Jahren in Freiburg, und ist ein Licht- und Farbenfänger. Der Maler, der auch Reisender ist, fängt in seinen Streifzügen die Farben ein und bindet sie zurück auf die flächig reduzierten Formen seiner Bildgegenstände, zu mediterran anmutenden Häusern, Bergen, Bäumen und Seen. Man könnte sagen, dass Scheffel abstrakt malt, obwohl er die Gegenstände nie verlässt, ihnen vielmehr huldigt, indem er sie in der ganzen Spannweite der Raumflächen und der Lichtfarben immer wieder aufleben lässt. Hier regt sich kein Lüftchen, die Oberflächen sind glatt, man kann sich unmöglich an ihnen stoßen, und alles strahlt eine Frische und Ruhe aus, als wäre dieses Panorama an Häusern und Landschaften eben erst geschaffen worden, erfüllt von der Beständigkeit des Lebens.

 
 
Boris Petrovsky
 
BUZZERWORLD BUZZERWORLD
 
09. April – 12. Juni 2022
 
Boris Petrovskys künstlerische Vorstellungswelt umfasst die moderne Welt des Konsums und der Zeichen, die er über bewegte Objekte, Geräusche und vor allem Installationen mit Licht inszeniert. Der Künstler wurde 1967 in Konstanz geboren, wo er seit 2007, nach seinem Studium in Hamburg, auch wieder wohnt. Da wir in einer von Medien beherrschten Welt leben, untersucht Petrovsky, wie wir durch kommunikative Prozesse Wirklichkeit erfahren, wie wir Modelle von Wirklichkeit entwickeln und innerhalb dieser selbst geschaffenen Netzwerke, die nicht zuletzt Gefüge der Macht und der Ohnmacht repräsentieren, zusammenleben und interagieren. Petrovsky nutzt für seine komplexen Installationen häufig vorgefundene Materialien aus der Konsumindustrie, wie Neonröhren von Leuchtreklamen,  Buchstaben und Zahlen oder Verkehrszeichen, wie sie den öffentlichen Raum prägen. Er löst sie aus ihrem ursprünglichen Kontext und verbindet sie zu Geflechten, überbordenden Verkabelungen oder präzise gefügten Clustern. Im Grunde benutzt Petrovsky die Materialien und Strategien der Werbewirtschaft, um, einem klassischen Bildhauer nicht unähnlich, neue Forminhalte zu erzeugen. Aus den ursprünglich einfachen, den Konsumenten konditionierenden Werbebotschaften entstehen vielschichtige, fantasievolle Interaktionen zwischen seinen Kunstwelten und den Betrachtern, die sich ihre gedankliche Freiheit spielerisch zurückerobern. Sie sind nun nicht mehr einfache Empfänger von Botschaften, sondern entwickeln, inspiriert von den inhaltlich anregenden und ästhetisch hochwirksamen Kunstwerken, ihre eigenen persönlichen Vorlieben und Strategien im Umgang mit der sie umgebenden Wirklichkeit. 
 
 
 
S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n
 
Davor Ljubicic
 
undatiert
 
25. Juni – 21. August 2022
 
„Alles was ich mache, befindet sich in einem Prozess. Was ich heute mache, das war. Das Fertige von heute wird morgen ausgelöscht, zerstört und ins Neue integriert – sanft oder gewaltig miteinander verbunden, verschmolzen. Davor ist so wichtig wie danach. Das Alte wird Teil des Neuen und umgekehrt.“ Mit diesen Worten erläutert Davor Ljubičić die grundlegenden Intentionen seiner Kunst. Monumentale Kohlezeichnungen auf schwerem Aquarellpapier, mit Leinöl und Graphit durchtränkte Papierarbeiten auf eisernen Stellagen, Fragmente von farbintensiven Malereien, raumgreifende Installationen.
Als „rektifizierte Artefakte“ bezeichnet Ljubičić die Arbeiten seiner Werkserie der letzten Jahre und er meint damit die stetige, bewusste Auseinandersetzung mit den Überbleibseln früherer Werkblöcke, Installationen oder Performances. Diese erscheinen ihm wie „anonyme Fundstücke“ und in einem intensiven, ja überaus experimentierfreudigen Schaffensakt unterzieht er diese Bruchstücke beständig einer neuen künstlerischen Befragung, um daraus andere, gewissermaßen revitalisierte Werke hervorzubringen. Diese wiederum nennt er folgerichtig „Konstellationen“, bei denen es sich um komplexe Werkschöpfungen zwischen Bild und Objekt handelt. So entfaltet sich Ljubičićs Schaffen im weiten Spannungsfeld zwischen Malerei, Zeichnung, Film, Rauminstallation, Objektkunst und Performance. All diese
Gattungen, Ausdrucksformen und Techniken durchdringen und steigern sich unaufhörlich zu einem untrennbaren Ganzen, das der Betrachter wie ein Gesamtkunstwerk erleben kann. Niemals aber gewähren sie dem Betrachter einen leichten, selbstverständlichen Zugang. Eher wirken sie sperrig, spröde, unbequem und wiedersetzen sich allem Harmonischen und Gefälligen.
Davor Ljubičić verglich sein Schaffen einmal mit einer „archäologischen Ausgrabung“, bei der „Fetzen und Fragmente zu ständig neuen Formen wachsen und sich zugleich widerspenstig entziehen“.
 
 
 
F o r u m  r e g i o n a l
 
Sibylle Möndel
 
SICHTFELDER
 
01. Juli - 21. August 2022
 
Sibylle Möndel wurde 1959 in Stuttgart geboren, wo sie auch bei Prof. Hans K. Schlegel studierte. Seit 1989 ist sie freischaffend. Heute lebt und arbeitet sie in Kornwestheim und in Stuttgart.
Die Künstlerin verbindet in ihren Arbeiten unterschiedliche Techniken wie den Siebdruck, die gestische Malerei und die Zeichnung. Auf diese Weise entstehen malerische oder ornamentale Strukturen, die mit den Abbildern der fotografischen Vorlagen verschmelzen. Räumlichkeit und Tiefe entstehen durch die Überlagerung mehrerer Druckschichten, aber auch von Farbe und malerischer Geste. Die Konstellationen, die sich im Zusammenspiel von Abbild und Technik entwickeln, scheinen umso nachdrücklicher zu den menschlichen Darstellungen hinzuführen, je mehr die Motive durch die technischen Eingriffe verfremdet werden. Titel wie „Wege“, „Grenzland“ oder „Aschebilder“ deuten auf die existenzielle Dimension der Bilder, die sich dem Betrachter meditativ und emotional erschließen.

 
 
Gunilla Jähnichen
 
The other space
 
03. September - 01. November 2022
Vernissage: Freitag, 02. September, 19:30 Uhr
 
Die Figuren und Geschichten der 1972 in Stade geborenen und heute in Berlin lebenden Gunilla Jähnichen könnten illustrierten Kinderbüchern oder Comics entsprungen sein. Die Größenverhältnisse richten sich mehr nach den Bedeutungen als nach den realen Proportionen. Und auch die Handlungen der Protagonisten folgen nicht den strengen Gesetzen der Erwachsenenwelt, sondern bildimmanenten, man möchte sagen: träumerischen Assoziationen. Überhaupt darf man sich die Frage stellen, was den Unterschied zwischen Fantasie und Realität in der Malerei ausmacht, und ob nicht das Medium an sich schon für eine vagabundierende Grenzgängerei zwischen den Sphären der menschlichen Welterfahrungen steht. Für die Künstlerin, jedenfalls, zeigen ihre Arbeiten, „egal ob großformatige Malerei auf Leinwand, kleinformatig auf Papier, als Tusche-, Kreide- oder Bleistiftzeichnung oder neuerdings als Skulptur, Wesen.“ Was aber macht ihr Wesen aus? Wenn man es überhaupt definieren kann, dann vielleicht als eine ideelle Substanz, die sich in unterschiedlichen Gestalten zeigen kann, ohne an innerer Form, ohne sich an die Welt der Erscheinungen zu verlieren. Einfachheit, Unmittelbarkeit und Gestimmtheit sind bei Jähnichen die das Wesen der Dinge und Figuren bestimmenden Charakteristika. Mit den Worten der Künstlerin: „Diese Wesen können Menschen, meistens Kinder, mal Mädchen, mal Junge, mal könnte es beides sein. Diese Wesen können auch Tiere sein. Die Wesen können aber auch in eine fabelhafte Welt abgleiten, sich in einfache Formen auflösen oder zu einer Masse oder Substanz werden. Sie wirken geisterhaft, wie aus einer magischen Welt. Manchmal sind noch Augen da, die auf ein Wesen mit Leben und Seele hinweisen, mal löst es sich ganz in eine nur noch farbige Fläche auf.“
 
 
 
S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n
 
Christiane Pieper
 
Reflexion
 
12. November - 29. Januar 2023
Vernissage: Freitag, 11. November, 19:30 Uhr
 
Christiane Pieper wurde 1960 in München geboren. Heute lebt und arbeitet sie am Bodensee. Nach ihrer Ausbildung an verschiedenen freien Akademien folgte ein Studium in Nürnberg/Stein. Seit 2010 sind ihre Arbeiten in Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.
In ihren Arbeiten konzentriert sich Christiane Pieper auf Textur- und abstrakte Farbkompositionen. Die meisten basieren auf traditionellen Medien und Techniken wie Mischtechnik, Ölfarbe und Wachs auf Leinwand, Holz oder Holzkarton. Erdige Farben, Oberflächenstrukturen und Texturen von Umwelt und Natur inspirieren sie und schaffen neue abstrakte Kompositionen oder strukturierte Gemälde. Parallel zu dieser Herangehensweise ist eine Serie von Holzschnitten entstanden. „Die Künstlerin spricht auch vom Rückzug in einen ästhetischen Raum, von einer Auseinandersetzung gegen das Nichts. Dort beginnen für sie die Reflexion der Eigenschaften von Farbe, ihr Verhältnis von Licht und beispielsweise die Reaktionen von Weiß auf Grau. Das wirkt auf den ersten Blick ein wenig verzagt, ist aber in Wahrheit ein selbstbewusstes Beharren auf der Autonomie der Malerei. Dieser Anspruch vermittelt sich bis heute in ihren Bildern, die schon vor einigen Jahren entstanden sind. Sie haben von ihrer Lebendigkeit nichts eingebüßt.” (Jörg Bachhofer 2015).  Die Künstlerin selbst sieht ihr Werk als eine Konzentration auf das Wesentliche: „Die Arbeiten spiegeln meine Lebenseinstellung und das Malen von ‚weniger ist mehr‘ wider. In Zeiten überladener visueller Eindrücke versuche ich, den Betrachter auf eine Entdeckungsreise über die Malfläche zu schicken, ihn für die wenigen und farblich reduzierten Risse und Strukturen zu sensibilisieren. Material, Farbe und Komposition sind dabei eine ständige Herausforderung, etwas Neues zu schaffen“.
 
 
 
F o r u m  r e g i o n a l
 
Lydia Clarke
 
Bilder 2019-2022
 
18. November – 29. Januar 2023
Vernissage: Donnerstag, 17. November. 19:30 Uhr
 
Lydia Leigh Clarke wurde 1954 in Los Angeles, USA in eine Musikerfamilie hineingeboren. Doch anstatt wie die meisten ihrer fünf älteren Geschwister, selbst Musikerin zu werden, entschied sie sich für die Bildende Kunst und studierte an der California State University in Northridge. 1983 zog sie nach Deutschland, wo sie ihre Studien an der Malschule Paul Pollock in Freiburg fortsetzte. Seit 1988 ist sie freischaffende Künstlerin.
Lydia Leigh Clarkes Kunst entwickelt sich an der Grenzlinie von abstrakter und gegenständiger Malerei. Dabei ist zu beobachten, mit welcher Leichtigkeit sie diese Grenze in die eine oder in die andere Richtung überspringt. Farbfelder verwandeln sich in Gefäße und Rundformen in Früchte. Oder eben auch umgekehrt. Man spürt, mit welcher Sensibilität sie mit dem Pinsel über die Farbformen tastet, die sie mit einer Bienenwachslasur überzieht oder mit Sand durchsetzt, um ihnen eine raue und widerständige Haptik zu verleihen. Der Betrachter darf in die stets großzügig aufgetragenen Farbflächen eintauchen und die Tiefe einer lebendig erfahrenen Natur herausspüren.
Lydia Leigh Clarke, the courage to jump, Gouache, 2019 
Foto: Künstlerin
 
 
 

 

Kontakt

Stadt Engen
Kulturamt
Hauptstraße 11
78234 Engen

Ansprechpartner

Dr. Velten Wagner

Öffnungszeiten des
Städtischen Museum
Engen+Galerie

Di - Fr. 14:00 - 17:00 Uhr
Sa und So 11:00 - 18:00 Uhr