Archiv 2015

bis 06.01.15

Antonio Zecca „Senza titolo“

Antonio Zecca, (geb. 1962) der in Singen lebende und arbeitende Künstler, studierte von 1984 bis 1988 an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste bei Rudolf Schoofs.
Antonio Zecca, der in den letzten Jahren mit Performances, Videos und Interventionen in den öffentlichen Raum hervorgetreten ist, kehrt mit dieser Ausstellung zu seinen Wurzeln zurück und präsentiert sich nach längerer Zeit umfassend als Zeichner und Maler. Dabei geht er von fotografischen Motiven oder kunsthistorischen Vorbildern aus, die er – als Non-finito- Zitate, Erinnerungssplitter, Auslöser für seine eigenen Arbeiten – mit seinen freien Formen, flächigen Übermalungen, Textfetzen und assoziierten Zeichnen komponiert. Das Spektrum der in Engen gezeigten Werke reicht von der Zeichnung bis hin zu großformatigen Gemälden und plastischen Arbeiten. Für überraschende Gattungswechsel war Antonio Zecca in der Vergangenheit immer wieder gut – und auch die Engener Schau verspricht, einen „unbekannten Zecca“ vorzustellen.
(Text: Christoph Bauer)

Bild: Antonio Zecca, Ohne Titel, Acryl auf Leinwand, 2013

bis 11.01.15

forum regional: Dietrich Schön - Skulpturen und Zeichnungen

Dietrich Schön studierte 1977-83 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rudolf Schoofs und Peter Grau. Seit 1985 ist er freischaffender Bildhauer.
Die Eisengussplastiken von Dietrich Schön muten an wie eine Verschmelzung rätselhafter archaischer Relikte, organischer Formen und geheimnisvoller Geräte des Industriezeitalters. Sie wirken so zufällig wie eindeutig formuliert, so verletzlich wie kraftvoll, verdichten sich, wenn sie als Ensemble gruppiert werden, zum magischen Raum. Diese Arbeiten entziehen sich einer vorschnellen Deutung, schaffen ein „nicht-statisches, passageres Klima.“ (Text: Stephan Berg)

Bild: Dietrich Schön, Rimbasa, Styropor und Lack, 2012

17.01.15 - 08.03.15

Alexandra Baumgartner „Intervall“

Der Titel der Ausstellung konnte von Alexandra Baumgartner kaum treffender zur Charakterisierung ihrer Arbeiten gewählt werden. Als Zwischenraum bezeichnet er den Abstand, der zwischen zwei Gegenständen oder, wie in der Musik, zwischen zwei Tönen liegt. Das Intervall ist ein Raum, der sich zwischen zwei Begrenzungen – sei es topographisch oder akustisch – entfaltet; ein Kontinuum und kein gegenständlich fassbarer Ort. In den Arbeiten Alexandra Baumgartners rückt die Erschließung des Zwischenraums ins Zentrum der Bildaussage und bringt eine Fülle an psychischen, emotionalen und poetischen Konstellationen hervor. Als Orte der Begrenzung der von ihr komponierten bildkünstlerischen Intervalle dienen ihr zumeist vorgefundene Materialien in der Tradition des objet trouvé eines Marcel Duchamps: Fotografien, Magazinausschnitte oder Objekte, die sie in ihre Installationen integriert.

Durch derart gezielte, minimale Eingriffe enthebt Baumgartner die medialen Abbilder ihrer eigentlichen Funktion als Dokumente oder Porträtaufnahmen individueller (wegen des Fundcharakters zumeist unbekannter) Personen. Dabei bleibt die topographische Begrenzung der Bildaussage durch das verwendete Material zwar erhalten - die Intervalle unter Verwendung der Verfremdungstechniken wie des Collagierens, Einbrennens oder Vernähens werden jedoch neu vermessen. Aus zweidimensionalen Vorlagen mit dokumentarischem Charakter entstehen auf diese Weise dreidimensionale Kraftfelder, die unmittelbar in den Erfahrungsraum des Betrachters hineinwirken. Alexandra Baumgartners mit nur wenigen Handgriffen erzeugte Zwischenräume setzen menschliche Dramen frei, die ganz unspektakulär hinter der Sichtbarkeit der Abbilder den Schattenwurf der Urbilder erkennen lassen (Auszug Katalogtext).

Alexandra Baumgartner, „shame“, Collage, 2013

23.01.15 – 15.03.15

forum regional: Nicole Bold „In der Natur des Lichts“

"Üppig muten sie an, unerschrocken im Einsatz der Farbe, offensichtlich und doch zugleich schwer zu fassen in ihrer formalen Struktur." So beschreibt Dr. Barbara Stark die zumeist großformatigen Arbeiten der bei Biberach wohnhaften Malerin Nicole Bold. In der amorphen Sprache organisch wirkender Formen artikulieren sich Sinneseindrücke von Natur. Lässt man sich auf die Eigenschaften der Bilder ein, ergeben sich Fragen nach Gegenständlichkeit und Abstraktion, nach Raum und Zeit, nach Beständigkeit und Veränderung, denn in ihrem Malprozess löst die Künstlerin den Gegenstand Natur auf, um ihn dann schichtweise zu erinnern, wobei das Unsichtbare oftmals deutlicher als das Bekannte erscheint und so den Betrachter zögern lässt, in den Arbeiten eine uneingeschränkte Naturidylle zu sehen. Es eröffnen sich Bildräume, die sich im Jetzt konkretisieren. "Die Werke von Nicole Bold lenken die Aufmerksamkeit an die unscharfen Grenzen des Malerischen, wo im undefinierbaren, sich vielfach überlagerndem Kontinuum aus Zeit und Raum Gegenständliches haften bleibt. Das macht den bizarren Charakter dieser Werke aus, die im ambivalenten Verhältnis zwischen Aufscheinen und Verhüllen, zwischen Innen- und Außenwelt oszillieren." (Dr. Ute Hübner)

Nicole Bold, "Wintereisfrosten", Öl auf Leinwand, 2014

21.03.15 – 03.05.15

Angela M. Flaig „erdgebunden schwebend“

Flugsamen von Distel, Löwenzahn, Weidenröschen etc. sind die Arbeitsmaterialien von Angela M. Flaig. Aus dieser Fülle der Natur entstehen Objekte, Materialbilder und Installationen, die eine schwebende Leichtigkeit und Zartheit ausstrahlen. Sie erwecken beim Betrachter Assoziationen an glückliche Kindertage, an Pusteblumen und davonschwebenden Fallschirmchen. Umso erstaunlicher sind die Objekte und Bilder, die aus diesen zarten Materialien hervorgehen. In ihrer Installation nimmt die Künstlerin Bezug auf die Geschichte des ehemaligen Klosters St. Wolfgang.
Alle Materialien, die Frau Flaig verarbeitet, stammen aus der Natur und werden von der Künstlerin selbst gepflückt, gesammelt, getrocknet und warten dann, sorgfältig gelagert, auf ihre Wiedererweckung - nicht als Pflanze sondern als kleinste Elemente in einem Kunstwerk. In den Werken der Ausstellung lässt sich die Schönheit der Schöpfung in neuer Form erleben.

Angela M. Flaig wurde in Schramberg geboren ist seit 1975 künstlerisch tätig, sie lebt und arbeitet in Rottweil-Hausen.

Angela M. Flaig, „Löwenzahn“, Installation


27.03.15 - 03.05.15

Die Kunststiftung Landkreis Konstanz „Kunst von Amts wegen“

Der Landkreis Konstanz erwarb bereits seit den 1950er Jahren Bilder von Künstlern der Bodenseeregion. Seit der Gründung der Kunststiftung im Jahr 2003 ist die Sammlung auf über 1000 Werke angewachsen. Die Ausstellung stellt die Kunststiftung und ihre Sammlung in ausgewählten Beispielen vor. Welche Gedanken und Erwartungen mit der „Kunst von Amts wegen“ verbunden sind, darüber berichtete Mirjam Goller anlässlich eines Festvortrags zum 10-jährigen Bestehen der Kunststiftung.
„Eine öffentliche Sammlung und noch mehr eine Sammlung von Amts wegen steht vor der schwierigen Aufgabe, jenes Neue, Interessante und Andere mit dem zu verbinden, wovon die Sammlung und das Amt selbst auch sprechen, was sie selbst vertreten, was sie sind. […] Kunst in Amtsräumen muss – etwas polemisch zugespitzt gesagt – die Aura des Beamten stützen. Es sind durchaus Wohlfühlgegenstände, wie die Tafeln dieser Ausstellung die Kunst in den hiesigen Amtsräumen beschreibt. Wohlfühlen ist ein interessantes Wort: Es geht nicht mehr ums Sehen, um den kritischen, leidenschaftlichen, begeisterten oder auch entgeisterten Blick auf Kunst, es geht um etwas Atmosphärisches, das gleichzeitig etwas Interessantes umfasst als auch etwas Dezentes.“

Karl Osswald: Motiv an der Aach, Tempera

09.05.15 - 28.06.15

Daniel Domig „Das stille Nachwort“

Vor sieben Jahren fand die erste Ausstellung des damals 25jährigen Künstlers im Städtischen Museum Engen statt. Daniel Domig wurde 1983 in Vancouver geborenen, von 2001–2006 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er auch heute lebt. Seitdem hat er sein Werk auf eine beindruckende Weise weiterentwickelt: die „realen“ Versatzstücke, damals noch Zeugnisse der Auseinandersetzung mit fotografischen Vorlagen, sind aus seinen Bilder gewichen. Ihre Lesbarkeit gewinnt dadurch eine Intensität und Dichte, wie sie nur selten im Kontext zeitgenössischer Kunst zu erleben ist. Domig malt bewusst gegen den flüchtigen, von digitalen Medien geprägten Blick des schnelllebigen Bilderkonsums. Die Tiefendimension seiner Arbeiten erfordert vom Betrachter ein partizipierendes Sehen, ein Sich-Einlassen auf eine von existenziellen Fragen und zwischenmenschlichen Beziehungen durchdrungenen Malerei. Das Übereinanderlegen transparenter Farbschichten im Zuge einer die Spuren des künstlerischen Prozesses offenlegenden Malerei erzeugen figurale Farbräume, die mit dem Auge ebenso gesehen wie gefühlt und „betastet“ werden können. Figurationen und Farben spielen zusammen, wirken ineinander und durchdringen sich zu einer Bildkörperlichkeit, die als ebenso offen wie präsent, rätselhaft und sinnlich erscheint und deren Tiefenstrahlung einmal düster, dann wieder leuchtend zu Tage tritt. Seit seinen Anfängen hat Daniel Domig die Verbindung zur Dichtung gesucht. Nicht zufällig erhielt er 2014 den Salzburger Georg Trakl – Preis.

Daniel Domig, Torn and Most Whole, Öl auf Leinwand, 2013

03.07.15 - 03.01.16

forum regional: Paul Schad-Rossa (1862 – 1916) „Nachlese der Sonderausstellung“

Nach der sehr erfolgreich verlaufenen Sonderausstellung über den Symbolisten Paul Schad-Rossa, die einer Wiederentdeckung von Leben und Werk des Künstlers gleichkam, zeigt das Städtische Museum in den ersten drei Räumen eine Nachlese seiner Arbeiten, die aus Platzgründen während der Sonderausstellung nicht gezeigt werden konnten. Darunter befinden sich auch Werke, die erst während oder nach der Sonderausstellung bekannt geworden sind. Durch die Sonderausstellung in Engen und die daran anschließende Ausstellung im Grazer Joanneum wurde der Künstler einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Welche neuen Erkenntnisse konnten in der Zwischenzeit über den Künstler gewonnen werden? Und wie ist sein wiederentdecktes Werk in die Kunstgeschichte einzuordnen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich die „Nachlese“. Zum tieferen Verständnis des Künstlers und der Zeit um 1900 werden zwei öffentliche Führungen angeboten.

Vernissage: Donnerstag, 2. Juli, 19.30 Uhr
Öffentliche Führungen am 8. + 29. Oktober, jeweils um 19 Uhr

Paul Schad-Rossa, Weiblicher Akt in zwei Perspektiven, Kohle und Kreide, um 1900

11.07.15 - 30.08.15

Helena & Maximilian Rossner „Komplementär“

Maximilian Rossner zeigt Schwarz-Weiß-Fotografien, Helena Rossner Malerei und Zeichnung. Nach diversen Lebensstationen leben und arbeiten die beiden 1978 und 1982 in Singen am Hohentwiel geborenen Geschwister momentan beide in München.

In der Arbeit von Maximilian Rossner ist das Vorhandensein des Menschen aus dem Mittelpunkt gerutscht. Der Mensch, das Mensch-Sein, das Menschliche sind latent vorhanden, Spuren davon immer wieder wahrnehmbar, doch werden diese Geschichten nur selten direkt erzählt. Auch die Landschaft als Kontra-Punkt von Technik und gegenwärtigem Leben, als romantischer Sehnsuchtsort, verweist immer wieder auf den Menschen, seine Sehnsüchte und Ängste und seine Vorstellung von Welt. Die Komplexität der Aussage wird durch die Kombination von zwei Bildern erhöht: Beide Bildaussagen kreieren im Geist des Betrachters eine mögliche dritte.

Helena Rossner umkreist in ihrer überwiegend abstrakten Malerei und Zeichnung Fragen, die sich vorrangig mit bild-immanenten Themen beschäftigen: Allem voran interessiert sie die Farbe, ihre Wechselwirkungen und ihre mögliche Erscheinungsform. Aber auch die reduzierte, durchaus grafische Gestaltung des Bildraumes als einer zweidimensionalen Fläche, sowie die Möglichkeiten scheinbar gegensätzliche Ausdrucksformen zu verbinden, bestimmen immer wieder ganze Bild-Serien.

Der Ausstellungstitel „Komplementär“ nimmt vordergründig Bezug auf den Komplementärkontrast, bei dem komplementäre Farbenpaare miteinander gemischt ein neutrales Grau ergeben. Die Schwarz-Weiß-Fotografie lebt von Graustufen und Hell-Dunkelwerten und impliziert die Farbe – wohingegen in farbiger Malerei neben dem Hell-Dunkel-Kontrast auch alle anderen sechs Hauptkontraste zur Anwendung kommen. Komplementär als „den anderen, das Andere ergänzend“ verstanden definiert das Thema der Ausstellung: Zwei Geschwister, zwei Sichtweisen, zwei Medien.
Zwei Vorgehensweisen bei der Annäherung an die Wirklichkeit von verschiedenen Standpunkten aus mit unterschiedlichem Schwerpunkt – oder sollte man sagen zwei „Beschreibungsweisen“ der Welt(en) – treffen aufeinander und werfen die Frage auf, was Malerei und Fotografie verbindet, was sie trennt und an welchen Punkten gemeinsame Schnittmengen entstehen, und ob sie sich wechselseitig ergänzend zu einem erweiterten Verständnis eines untersuchten Objektes oder Themas führen können.

Helena & Maximilian Rossner, „Synthese", Digitale Collage, 2014

12.09.15 - 01.11.15

Martin Wernert „Dasein“ – Malerei

Martin Wernert (geb. 1965) studierte Malerei und Graphik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Prof. Peter Dreher. Er lebt und arbeitet in Trossingen.

Sein Hauptwerk bilden mittel- bis großformatige Gemälde, die meist junge Frauen in Interieurs zeigen. Sie entstehen auf der Grundlage detaillierter Kohlezeichnungen vor der Natur oder, wenn die Umstände dies nicht zulassen, von Fotografien. Die dargestellten Frauen sind z. T. nahestehende, meist aber bis dahin unbekannte Personen. Die Raumdarstellungen basieren auf den örtlichen Gegebenheiten des Ateliers in einer alten Fabrik, gelegentlich auch von anderen Orten bzw. deren Kombinationen.

Ausgangspunkt von Martin Wernerts künstlerischer Arbeit ist somit - mit wenigen Ausnahmen- in der äußeren Realität Vorgefundenes, das in freier Assoziation intuitiv kombiniert und arrangiert wird. Obwohl dabei alle Elemente gleichsam als Material dienen, werden sie immer in ihrer phänomenalen Gegebenheit respektiert. Sie sollen nicht verändert, sondern durch behutsames Weglassen von Unwesentlichem, durch Gegenüberstellung und Lichtführung zum Erscheinen gebracht werden. Glückt dies, entsteht wie in einem alchemistischen Prozess die Quintessenz – die Manifestation einer geistigen Ordnung, die über das Dargestellte, Darstellbare hinausweist. Dem entsprechend ist die aufwändige maltechnische Umsetzung auch eine Umarbeitung „armer“, indifferenter Materialien (wie Pigmenten, Ölen, Harzen) zum „Wunder“ eines Gemäldes. Zur dafür notwendigen formalen Verdichtung tritt die zeitliche bei der die Wochen und Monate der Entstehung im Bild akkumuliert werden. Im Idealfall wird es auf diese Weise zu einem Kondensator, der seine Energie auf den gegenwärtigen Betrachter abstrahlt.

Eine zweite Werkgruppe bilden kleinformatige Stillleben von Gefäßen und gelegentlich Obst und Blumen. Ausschnitthaft gezeigte Tischkanten, Zimmerecken, Fensterrahmen und –bretter dienen dabei zur Organisation der Bildgeometrie. So eröffnet sich ein Spannungsfeld zwischen Tiefenillusion und Bildoberfläche, zwischen Abstraktion und gegenständlich-realistischer Malerei. Trotz formaler Strenge und größtmöglicher Ökonomie werden die gezeigten Gegenstände jedoch stets auch in ihrer stillen Präsenz und schlichten Würde sichtbar gemacht.

Martin Wernert „Ondine“ (Ausschnitt), Tempera, Öl auf Papier auf Sperrholz, 2014

21.11.15 - 10.01.16

Frank Lippold „Das neue Schwarz“

Franz Lippold wurde 1970 in Greifswald geboren, studierte bis 2002 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und lebt heute in Scharfenberg bei Dresden bzw. in Baden-Baden.
Lippold arbeitet mit billigen Sperrholzplatten, deren Oberfläche er schwarz einfärbt, um so mit seinen Einkerbungen und Einschnitten jenes düstere Kolorit zu erreichen, das an Sepia-getönte historische Fotografien denken lässt. Seine weitgehend naturalistisch anmutenden Landschaften entstehen vor Ort. Lippold parodiert schon fast das Prinzip der Plein-Air-Malerei, wenn er anstelle einer Staffelei mit Leinwand seine rund ein Meter mal zwei Meter großen Platten auf den Erdboden legt, um das Gesehene ins Holz zu übertragen. Gelegentlich tauchen irritierende Momente im Bild auf – so schieben sich geometrisch aufgebrochene, schwarze Flächenfelder in die Landschaft, etwa bei „Senkrechter Lichteinfall“ (2006/2007), und Schloss Gauernitz wird zu einem Piranesi-artigen architektonischen Capriccio und hebt sich schauerlich-düster vor einem tiefschwarzen Hintergrund ab, gesehen durch das zarte Raster eines Bauzauns („Gauernitz“, 2007). Diese Arbeiten strotzen nur so vor romantischen Versatzstücken, mit ihren Ruinen, ihrer dramatischen Himmelsgestaltung, ihrer Vorliebe für die repräsentative Herrschafts- und Burgarchitektur. Demgegenüber stehen Ansichten vollkommen banaler Landschaften, die sich durch Spuren des Technischen eindeutig im Zeitgenössischen verorten lassen. (Astrid Mania)

Frank Lippold, Traumhaus, Holzschnitt, Sperrholz Acryl 2007

 

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