Ausstellungen 2017

28.01. - 12.03.2017

Sine Semljé, Lines touching Then an Now - Linien berühren Zeitalter

Sine Semljé wurde in Langenberg / Rheinland geboren, studierte bei Prof. Schoofs in Wuppertal Freie Grafik und Malerei. Sie nahm an internationalen Projekten und Ausstellungen im In- und Ausland teil.
 
In früheren Jahren stärker auf die Druckgrafik konzentriert, sind die Arbeiten Sine Semljés seit längerer Zeit umfassender und in ihrer Technik vielfältiger geworden, wobei sich die Künstlerin vorwiegend aus Begegnungen zwischen Linien unterschiedlicher metaphysischer Herkunft inspiriert sieht. Fotos aus dem Wasserburger Tal bei Engen dokumentieren eindrücklich die für den Menschen unvorstellbaren Zeiträume erdgeschichtlicher Dimension.
 
„Durch eine individuelle Bearbeitung hebe ich Linien und Flächen hervor, die mir besonders wichtig sind“, berichtet die Künstlerin über ihre Arbeitsweise. „In einem ganz speziellen Digitaldruckverfahren werden dann die Fotos großformatig auf Pergamentpapier gebracht. Die Arbeiten sind auf das für mich Äußerste reduziert – zarteste In-Pasto-Linien – nahezu in Hauttönen – stellen in der Begegnung mit den „ewigen“ Felsen Fragen zum Sein ...“ 
 
Mit diesen Gegenüberstellungen eröffnen Sine Semljés Werke eine Begegnung des Damals und des Jetzt, einer mythischen Vergangenheit und der Gegenwart.
 
Vernissage: Freitag, 27. Januar, 19:30 Uhr

Sine Semljé, „O.T.“, Fotodruck auf Pergament, Acrylfarbe, 2016
Foto: Künstlerin

03.02. - 12.03.2017

Werkschau - Museumspädagogik

Mit einer umfangreichen "Werkschau" eröffnet das Städtische Museum Engen im forum regional die Saison 2017. Ausgestellt werden Arbeiten, die im Workshop- Atelier 2015/16 entstanden sind. Zu sehen sind Arbeiten mit Acryl, Kreiden, Karton und Collagen. Die Teilnehmer und Kursleiterin Gabriele Schlenker laden herzlich zu dieser Ausstellung ein, die am Donnerstag, 2. Februar, um 19:30 eröffnet wird.
Nach der Einführung durch Museumsleiter Dr. Velten Wagner und Gabriele Schlenker gibt es reichlich Gelegenheit zu Gespräch und gegenseitigem Austausch...

Vernissage: 2. Februar, 19:30 Uhr

Workshops 2017 (3,134 MB)

Workshop im Engener Museum
Foto: Gabriele Schlenker

28.03. -.30.07.2017

Ida Kerkovius 1879-1970, "Im Herzen der Farbe"

Mit Ida Kerkovius (1879-1970) zeigt das Städtische Museum eine Künstlerin der Klassischen Moderne, deren Werk bis heute auf die Entdeckung durch ein größeres Publikum wartet. Sie war Schülerin Adolf Hölzels an der Stuttgarter Akademie und gehörte, wie ihre berühmten Kollegen Willi Baumeister und Oskar Schlemmer, zur Avantgarde der deutschen Kunst. In Stuttgart verbrachte sie die längste Zeit ihres Lebens, von hier ging sie auf Reisen u.a. nach S. Angelo auf Ischia, in die Bretagne, nach Norwegen und malte ihre farbintensiven Reisepastelle - hier musste sie aber auch die dunkle Zeit des Nationalsozialismus und die Zerstörung ihres Ateliers im Bombenhagel des 2. Weltkriegs erleben. Von 1920-23 besuchte sie das Bauhaus in Weimar, wo sie sich die Kunstlehren von Johannes Itten, Wassily Kandinsky und Paul Klee aneignete, und das sie als reife, autonome Künstlerin verließ. Als sie schließlich, hochbetagt und hochgeehrt, im Alter von über 90 Jahren in der schwäbischen Metropole starb, war die kleine Dame mit den blauen, wachen Augen als letzte Vertreterin der Moderne bereits zur Legende geworden. Kerkovius, die Zauberin der Farbe, hat als besonderes Merkmal ihrer Kunst eine die Seele des Menschen berührende, emotionale Bildsprache hervorgebracht, die den Betrachter als phantasiebegabtes Wesen in die sinnliche Wahrnehmung ihrer Bilder miteinbezieht.
Ihr undogmatisches, keiner Stilrichtung verpflichtetes Kunstverständnis brachte Kerkovius seitens der Kritik aber auch den Ruf einer „naiven“ Malerin ein, die der „weiblichen“ Intuition, nicht aber dem „männlichen“ Intellekt folge. So überholt dieses traditionelle Rollenklischee heutzutage auch ist, es blieb nicht ohne Wirkung. Hier setzt die Konzeption der Ausstellung an, die den offenen, zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angesiedelten Werkcharakter von Kerkovius aufgreift. In speziell aufeinander abgestimmten Konstellationen treten die Bilder miteinander in Dialoge. Die schöpferische Intelligenz ihrer Bildsprache, das Sprühende und Inspirierende ihres Schaffens wird auf diese Weise unmittelbar erkennbar und erlebbar.
Neben assoziativen Werkgruppen werden die für Kerkovius charakteristischen Sujets „Reisebilder“ und „Stillleben“ sowie speziellere Themen wie „Zirkusbilder“ und „Kinderkunst“ gezeigt. Das Thema „Kinderkunst“ – die für die Moderne so einflussreiche Rezeption kindlicher Bildwerke – wird mit Blick auf Paul Klee im Ausstellungskatalog ausführlich behandelt. In einem Dokumentarfilm von 1966 stellt sich die Künstlerin selbst vor - auf einer Reise nach Venedig.

Vernissage: Sonntag, 26. März, 11:30 Uhr

Ida Kerkovius, "Verkündigung" (Selbstbildnis), Öl auf Leinwand, 1932
Kunstmuseum Stuttgart. Foto: Kunstmuseum Stuttgart

Nähere Info zur Ausstellung (3,916 MB)

Einladungskarte (2,427 MB)

12.08. - 24.09.2017

Nikolaus Cinetto, "Mikrokosmos"

Nikolaus Cinetto wurde 1967 in Ulm geboren, studierte von 1989-1997 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Peter Grau und Prof. Rudolf Schoofs. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Kulturförderpreis der Stadt Singen. Er lebt und arbeitet in Stuttgart.
Nikolaus Cinetto schneidet seine Druckstöcke aus Holz in verschiedenen Größen, die er dann zu immer wieder neuen Formen kombiniert und auf transparente Bildträger überträgt.
„Fast scheint es ein Naturalienkabinett, aber eines, in dem das Mikroskop den Blick lenkt: das in Herbarien klein zu Erwartende erscheint bedrängend groß. Aber wohl mehr ist Nikolaus Cinettos Atelier ein Arsenal. Die Dinge, die wachsen sollen, haben hier ihren Grund und Stoff, und die Unzahl der Möglichkeiten, nach deren jeweils einer sie sich schließlich formen werden. Eine Werkstatt der Kunst analog der Werkstatt der Natur. Ein Demiurg scheint am Werk. Im suchenden und erprobenden Spiel mit dem, was vor Augen und zur Hand ist, formen sich ihm die Mutationen aus dem Kopf. Aufnehmen, Zusammenhalten, Verwerfen, veränderndes Zusammenfügen: ein unermüdliches Prüfen, ein Erspüren aus beherrschter Willkür.“ (Franz Josef van der Grinten)

Vernissage: Freitag, 11. August, 19:30 Uhr

Nikolaus Cinetto: „O.T.“, Holzdruck auf Zeichenfolie, 2016
Foto: Frank Kleinbach

18.08. - 01.10.2017

Gudrun Kirschhöfer

Die 1966 in Möhringen geborene und heute in Emmendingen lebende Künstlerin arbeitet mit Gesteinsmehlen, dünnsten Papieren und Wachs. Die Gesteinsmehle werden in unterschiedlichen Körnungen auf hauchdünne Papiere zu Reliefs geschichtet. Durch die Verbindung mit Wachs ergeben sich fein differenzierte und zarte Farb- und Formspiele sowohl gegenständlicher als auch abstrakter Natur. Dies können Kleidungsstücke sein, aber auch Sonnenstrahlen, der Mond oder Gefäße. Poetisch und entrückt wirken die oft aus 30 und mehr Schichtungen hervorgegangenen Werke, deren Transformation von einem harten, festen Material wie Stein in flüssig wirkende Figurationen die Künstlerin besonders fasziniert. Gudrun Kirschhöfer: „Stein wird zu Pulver gemahlen, mit einem Binder flüssig angerührt, und nach dem Auftrag verfestigt er sich dann wieder. Stein als räumliche Erscheinung erhält dadurch etwas Leichtes, durch die dünnen Schichtungen auch etwas Luftiges. Diese Widersprüche lassen sich bei der Arbeit mit Gesteinsmehlen verbinden und ermöglichen mir, spielerisch damit zu experimentieren.“

Vernissage: Donnerstag, 17. August, 19:30 Uhr

Gudrun Kirschhöfer, Sommerkleid, Gesteinsmehle, Pigmente, Papier und Wachs auf Leinwand, 2013
Foto: Künstlerin

07.10. - 19.11.2017

Anna Krammig, "Penumbra"

Interieurs, in denen lediglich Gegenstände in gedämpfte Farben sowie Licht und Schatten getaucht sind, geben vielleicht am anschaulichsten den Begriff des Stilllebens, des stillgestellten Lebens wieder. In Anna Krammigs lasierender Ölmalerei werden Schatten von Gegenständen oder menschlichen Figuren auf sonnenbelichtete Hauswände projiziert und mit der „realen“ Architektur, der „realen“ Vegetation verbunden, ohne dass Gegenstand und Schatten einen Wirkungszusammenhang eingingen. Die Schatten gewinnen, unabhängig von ihren Verursachern, ein Eigenleben, das umso eindringlicher wirkt, als die derart strukturierte Imagination an die Stelle des bloß Sichtbaren, gemeinhin Vertrauten rückt. Das kaum Sichtbare öffnet auf diese Weise den Blick für das verborgene Leben zwischen und hinter den Gegenständen, für das Ungreifbare, Unheimliche. Die 1981 in Heidelberg geborene, heute in Zürich lebende Künstlerin kultiviert den Blick für das Unscheinbare, Unspektakuläre, das sie in das Zentrum ihrer Malerei rückt. Das Tiefenleuchten des Immateriellen überschreitet die Schwelle zum Sichtbaren, durchdringt den Raum, erhält die Würdeform des Dinglichen, ohne jedoch in den Sog purer Gegenständlichkeit zu geraten.
Mit den Worten Jean-Christophe Ammanns: „Alle Bilder von Anna Krammig sind irgendwie Stillleben. Stille Leben mit Gerüchen wie aus der Erinnerung gemalt, mit neugierigen Blicken, wie wir sie aus der Kindheit gewohnt sind. Aber da ist kein Pathos, sondern ein aufmerksames Gliedern von Licht und Schatten, von Zimmerfluchten und Blickkorridoren, von Flächen und Raumtiefen. Es sind vor allem die Interieurs, die die Künstlerin in letzter Zeit in Anspruch nehmen. Fast möchte man sagen: vergegenständlichte Abstraktionen, sparsam, aber doch mit den entscheidenden, ins Wahrnehmungsfeld gerückten Details: Eine Türklinke, ein Thonetstuhl, ein Heizkörper mit Wärmeregulator, eine spaltweit geöffnete Tür, eine Geländerverzierung.“

Vernissage: Freitag, 6. Oktober, 19:30 Uhr

Anna Krammig, „O.T.“ (Palme 4), Öl auf Leinwand, 2015
Foto: Künstlerin

02.12.2017 - 14.01.2018

Zeljko Rusic, "Skulptur"

Zeljko Rusic wurde 1967 in Knin bei Split in Kroatien geboren. 1987 Umzug nach Schaffhausen. Seit 1991 lebt und arbeitet der Künstler in Königsfeld im Schwarzwald. Als Atelier dient ihm ein selbstgebautes Blockhaus mitten im Wald, wo seine Skulpturen aus Holz und Metall entstehen.
Zeljko Rusics Skulpturen entstehen aus seinen ganz persönlichen Auseinandersetzungen mit elementaren Fragen des Menschseins. Die sich dabei entwickelnden Inspirationen setzt er unmittelbar mit der Kettensäge um und formt Objekte, die in der zeitgenössischen Bildhauerei nicht in die üblichen Kategorien einzuordnen sind. Er lässt sich nicht auf Abstraktion oder Figuration festlegen. Die Gedanken und Emotionen, die während des Schaffensprozesses freigesetzt werden, bestimmen seinen Umgang mit dem Werkzeug und sein Gefühl für das Material. Sein bevorzugtes Material ist Holz, der Künstler arbeitet aber auch mit Aluminiumguss, Eisenguss oder Cortenstahl.
Seine Werke erzählen Geschichten, die sich der Betrachter als seine eigenen Geschichten aneignen kann, bisweilen haben diese Geschichten auch etwas Geheimnisvolles, das es durch die eingehende Betrachtung zu entdecken gilt. Phantasie und Gefühl sind dabei die wesentlichen Eigenschaften der Bildbetrachtung. Der Künstler selbst lässt alle Deutungen offen und verzichtet darauf, seinen Arbeiten Titel zu geben.

Vernissage: Freitag, 1. Dezember, 19:30 Uhr

Zeljko Rusic, „Figur“ Linde geflammt, Höhe: 190 cm, 2016
Foto: Künstler

08.12.2017 - 21.01.2018

Gabriele Seeger, "Die Tage der vorigen Inseln"

Gabriele Seeger wurde 1949 in Überlingen geboren und lebt heute in Reutlingen. Die Arbeiten der Malerin und Keramikerin setzen sich zentral mit den Themenkreisen Heimat und Exil auseinander, die sie in verschiedenen, inhaltlich und formal geprägten Serien aufgreift. Dabei taucht etwa häufig der Krug als sinngebendes Zeichen auf. Der Krug, um den sich alle scharen, wenn er auf dem Tisch steht, stiftet Gemeinschaft. Zugleich dient er der Künstlerin als Gefäß, als Speicher der Phantasie und der Erinnerungen. Als Form, sei es als kraftvoller Solitär oder in Interaktion mit weiteren Krügen, schlank oder dickbauchig, steht der lebensspendende Krug für menschliche Nähe. In einer weiteren Serie, dem „Selma-Zyklus“, nimmt Seeger die Gedichte der jüdischen Dichterin Selma Merbaum auf, die 1942 in einem deutschen Zwangsarbeiterlager mit nur 18 Jahren ums Leben kam. Auf rot glühenden Hintergründen entwickeln sich dunkelfarbige, kraftvolle Formen, die den Rhythmus der Gedichte aufgreifen, Trauer und Schmerz in eine ergreifende Bildsprache umsetzen. Auf diese Weise hält die Künstlerin die Gefährdung der menschlichen Existenz in ihren Bildern wach, als Zeichen der Erinnerung, als Vertrautheit und Fremdheit und überführt sie in eine spirituell lebendige Gegenwart.

Vernissage: Donnerstag, 7. Dezember, 19:30 Uhr

Gabriele Seeger, „Nachsommer I“, Öl / Acryl auf Leinwand, 2012/13
Foto: Künstlerin

Ausstellungen 2018

27.01.2018-11.03.2018

Nadin Maria Rüfenacht, "Radar - Fotografien, Fotocollagen und Fotogramme"

Die 1980 im Schweizer Burgdorf geborene Nadin Maria Rüfenacht studierte von 1999 – 2005
Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Unter anderen erhielt sie 2005 den Preis der Kiefer Hablitzel Stiftung, Swiss Art Awards Basel und nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, der Schweiz und Frankreich teil.
Das Motiv des domestizierten Tieres kehrt in Nadin Rüfenachts Arbeiten immer wieder, in der Form kleiner, gesammelter Plastikpferde, tierförmiger Roboter und nicht zuletzt in sorgfältig ausgearbeiteten Porträtsitzungen und Stillebendarstellungen, wofür ihre eigenen Windhunde Modell stehen. Im Begriff der »Nature Morte« bündeln sich die verschiedenen Perspektiven der Künstlerin wie unter einem Brennglas. Hinter der »toten Natur« und den »Stilleben« verbirgt sich ein vielfältiges Dispositiv des Todes. Der schonungslos gezeigten Reduktion des Tieres auf seine Materialität stehen kunstvolle Choreographien gegenüber, beide Sichtweisen sind nur sehr unterschiedliche Aufführungen eines gespenstischen Totentanzes. Der einen liegt die moderne, technische Rationalisierung unserer ökonomischen Verwertung von Tieren zu Grunde und der anderen die kulturelle Sublimierung unserer Schuld, dass wir sie uns angeeignet haben. (Florian Ebner, Textauszug aus „Nature Morte“)

Vernissage: Freitag, 26. Januar, 19:30 Uhr

Nadin Maria Rüfenacht, Jankel, Collage, 2013
Foto: Künstlerin

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

24.03.2018-06.05.2018

Barbara Armbruster und Julia Kernbach, "Grün. Licht. Raum."

Barbara Armbruster, geboren in Bad Waldsee, studierte Freie Grafik und Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Profs. Rudolf Schoofs und Marianne Eigenheer. Sie lebte von 1999 bis 2012 in Kairo, seit 2013 in Stuttgart.
 
Die in Ravensburg geborene Julia Kernbach studierte von 1999 – 2006 an der Kunstakademie Düsseldorf Fotografie bei Prof. Thomas Ruff. Die Künstlerin lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.
 
Barbara Armbruster interessieren kulturelle und gesellschaftliche Räume, Strukturen und Identitäten in unserer globalen Welt. „Barbara Armbruster arbeitet mit verschieden Medien und bewegt sich zwischen verschieden Kulturen und Kontinenten, zwischen Orient und Okzident. Neben Fotografie, performativen Videos spielen in einem vielschichtigen Beziehungsgeflecht auch großformatige Zeichnungen und Malerei eine Rolle. (Auszug Text Galerie G von Dr. Gudrun Selz Freiburg, 2013).
 
Die Arbeiten von Julia Kernbach beschäftigen sich mit Fotografie und Collage. Dabei ist die Fotografie nicht als Dokumentation zu verstehen, sie ist kein abbildendes Medium einer vorgelagerten Realität. Vielmehr ist sie selbst bildgebend und erzeugt ihre eigene Wirklichkeit. Die Collage fügt sich analog und digital in die Werke von Julia Kernbach ein.

Vernissage: Freitag, 23.März, 19:30 Uhr

Julia Kernbach, Cowboy 1, 2016
Foto: Künstlerin

F o r u m r e g i o n a l

Werkschau - Museumspädagogik

30.03.2018-29.04.2018

n der umfangreichen Werkschau werden Arbeiten der Teilnehmer/innen ausgestellt, die im Workshop- Atelier 2016/17 entstanden sind. Zu sehen sind Arbeiten zwischen gegenständlich und abstrakt der unterschiedlichsten Techniken - mit Acryl, Kreiden, Kohle, Collagen oder Scherenschnitte etc. Unter ihnen sind immer wieder kleine Meisterwerke zu entdecken, die wie zufällig entstanden zu sein scheinen. Doch steckt jede Menge Fantasie, Konzentration und Einfühlungsvermögen dahinter – all dies Fähigkeiten, die die Teilnehmer/innen während der Workshops gemeinsam mit Kursleiterin Gabriele Schlenker entwickelt haben.Nach der Einführung durch Museumsleiter Dr. Velten Wagner und Gabriele Schlenker gibt es reichlich Gelegenheit zu Gespräch und gegenseitigem Austausch...

Vernissage: Donnerstag, 29.März, 19.30 Uhr

Teilnehmer/innen an einem Workshop
Foto: Stadt Engen

Jörn Grothkopp, "Wir sehen"

19.05.2018-01.07.2018

Jörn Grothkopp wurde 1969 in Bergen auf Rügen geboren. Von 1992 - 1997 studierte er Malerei an der HfBK Dresden. 2001 erhielt er den VEAG Kunstpreis. Arbeiten des Künstlers befinden sich in zahlreichen internationalen Sammlungen. Heute lebt und arbeitet Grothkopp in Berlin.
 
Die Auflösung, gar das Verschwinden des Bildgegenstandes erzählt oft mehr über seine Präsenz als seine detailgenaue Schilderung. Je ungreifbarer das Motiv, desto mehr wird das Sehen des Betrachters aktiviert, das Bild in die Gegenwart seines Wahrnehmungsprozesses zurückzuholen, es gleichsam wie den Ausschnitt einer lieb gewordenen Erinnerung in seinem Gedächtnis wachzurufen. Jörn Grothkopp arbeitet mit der bildnerischen Dialektik des Verschwindens und Wiederwachrufens, des scheinbar leeren Raumes, in den das nur Angedeutete mit umso größerer Intensität aufscheint. Ob in der Serie der Hochzeitbilder, der Kois oder der Mona Lisa – die in gefärbten Weißtönen wie Erinnerungsbilder aus der Leinwand herauswachenden Farbflächen verschränken sich zu wiedererkennbaren Motiven und sind doch zugleich reine Flächenkompositionen. Sie verbleiben in der Schwebe zwischen dem unauslotbaren Gegenstand und seiner figurativen Abstraktion. Ob dies Gesichter sind oder Fische oder eine kunsthistorische Ikone, diese Fragen treten in den Hintergrund angesichts einer Malerei, deren hoher Abstraktionsgrad die Vieldeutigkeit des räumlichen Sehens thematisiert und in das Zwischenreich von Sichtbarkeit und Imagination führt.

Vernissage: Freitag, 18.Mai, 19:30 Uhr

Jörn Grothkopp, ML 2, Öl auf Leinwand, 2017
Foto: Künstler

Sandra Ackermann, "Floating"

14.07.2018-26.08.2018

Die 1974 geborene Sandra Ackermann studierte 1997 – 2003 bildende Kunst an der Städelschule in Frankfurt und lebt heute in Deutschland und Großbritannien.


Sandra Ackermann ist sich in ihren Arbeiten über die modernen Schönheitsideale der Frau bewusst. Ihre weiblichen Figuren divergieren zwischen der Darstellung von Natürlichkeit und Stilisierung. Die individuell beleuchteten Sujets verbinden die Ambivalenzen der Realität. Die Bildsprache der Arbeiten von Sandra Ackermann ist oft metaphorisch. Die Darstellung setzt sich zusammen aus dem weiblichen idealen Körper und dem konstruierten Hinter- und Vordergrund. Dabei fungieren Hinter- und Vordergrund einerseits wie ein Scanner oder ein Bildschirm der versteckten Gedanken und Empfindungen. Andererseits spiegelt es aktuelle politische als auch kulturelle Ereignisse wider. Die Arbeiten der Künstlerin sind eine Art visueller Dokumentation von Gewalt, Terror oder der sozialen Ungerechtigkeit, verpackt in einer ästhetischen Darstellung der schönen Projektionsfläche (Sofia Sokolov, Ödland, Auszug)

Vernissage: Freitag, 13.Juli, 19.30 Uhr

Sandra Ackermann, Blom Ba Dom!, Öl auf Leinwand, 2016
Foto: Künstlerin

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

Hubert Kaltenmark, "N U M B E R D I A R Y - Arbeiten aus dem Zahlentagebuch"

08.09.2018-28.10.2018

Der Künstler Hubert Kaltenmark wurde in Tübingen geboren und besuchte ab 1986 die Meisterklasse für Steinbildhauerei bei Erwin Rager und Ernst Vollmer in Aschaffenburg. 1990 folgte ein Studienaufenthalt auf Island. Der Künstler lebt und arbeitet am Bodensee.
 
„Numberdiary“, Nummern-Tagebuch, nennt Kaltenmark seine neue Werkserie, an der er seit Oktober 2017 arbeitet. In ihr verbindet er seine so genannten Pigmentdrucktransfers, die er seit einigen Jahren herstellt, mit den Zahlen aus seinem Notizbuch. In Eitempera, dem klassischsten Malmittel, schreibt er sie auf die Bilder, Reihe für Reihe. Wofür sie stehen, ist für einen Außenstehenden in den meisten Fällen unergründlich: vielleicht für die Kilometer, die Kaltenmark gefahren ist, oder eine Telefonnummer. Hinzu kommt eine zweite Schwierigkeit: Wie im Notizbuch scheidet auf den Bildern kein Punkt, kein Komma und keine Leerstelle die Datensätze voneinander. „Jede Zahl, die als weitere Information hinzukommt, löst die Information der vorhergehenden Zahlen auf“, sagt Kaltenmark. Das Ergebnis ist eine Datenflut, die als Analogie auf den Informationsaustausch in der vernetzten Welt verstanden werden kann.
 
Als Betrachter eines solchen Bildes hat man alle Informationen vor sich und ist doch auf Mutmaßungen angewiesen. Wenn Zahlen nun aber interpretiert werden müssen, heißt das, dass von außen Bedeutungen an sie herangetragen werden: „Ein Außenstehender liest aus den Zahlen etwas ganz anderes als ich. Damit werden meine Zahlen zu seinen Zahlen.“ Eine absurde Konstellation, bei der sich der Künstler in der „Weltsprache“ der Zahl völlig offenbart, nur um in der Konsequenz umso gründlicher im Dunkeln zu bleiben.
 
Auch Kaltenmark selbst kann die meisten Zahlen nicht mehr nachvollziehen. „Ich bin auch nicht viel schlauer als jeder, der sich das ansieht“, gesteht er. „Sicher ist nur, dass die Zahlen richtig sind. So wie sie da stehen, haben sie für mich eine Rolle gespielt.“ Es bleibt bei der Suche nach dem Maßstab, der den Zahlen ihren Sinn wiedergibt, und der mit jeder neu hinzugefügten Zahl doch nur ausgelöscht wird. Kaltenmark notiert sein Leben ähnlich wie ein Kartograph, der die Welt ohne festes Längenmaß vermisst. Harald Ruppert (Auszüge)

Vernissage: Freitag, 07.September, 19.30 Uhr

Hubert Kaltenmark, Numberdiary 7.3.14-23.3.14, Pigmentdrucktransfer auf Chinapapier, Holz, Eitempera, 50x40x5 cm, 2014
Foto: Künstler

F o r u m r e g i o n a l

Denkmalpflege – Heimatpflege im Landkreis Konstanz

14.09.18-04.11.18

Ohne den Denkmalschutz wären viele Städte und Dörfer nicht mehr wiederzuerkennen. Eine überaus rege Bautätigkeit hat fast überall zu durchgreifenden Veränderungen geführt, wodurch vieles an alter Bausubstanz verloren gegangen ist. Doch es gibt auch eine große Zahl von Baudenkmalen, die mit beachtlichem Aufwand saniert und somit erhalten geblieben sind.

Die Ausstellung zeigt anhand einiger Beispiele, was durch die Denkmalpflege möglich geworden ist. „Vor wenigen Jahrzehnten war die Konstanzer Altstadt noch grau, baufällig, an manchen Stellen sogar verkommen, und Engen sah ruinös aus. Man wollte bedeutende Teile der Altstadt abreißen, um wie in der Vormoderne Platz zu schaffen für Neues“, so Wolfgang Kramer, Kreisarchivar und Leiter des Referats Kultur und Geschichte im Landratsamt Konstanz.

Nicht zu allen Zeiten haben sich die Menschen um den Erhalt der Monumente ihrer Vorfahren gekümmert. Lange Zeit galt das Interesse stets mehr dem Neuen als dem Alten. Noch in der Nachkriegszeit wurden in Engen historische Monumente ohne Bedenken abgerissen bzw. waren zum Abriss vorgesehen. Der Gedanke, alte Gebäude, mittelalterliche Straßenzüge oder ganze Altstädte zu „musealisieren“ und dadurch in ihrem ursprünglichen Baustil zu erhalten, kam erst in der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert langsam auf.

„Die Ausstellung will darauf hinweisen, dass Denkmalpflege ein wichtiger Teil der Heimatpflege ist und dass ihre Arbeit für die Gesellschaft in der Öffentlichkeit stärker wertgeschätzt werden sollte“, betont Kramer. Die Ausstellung wurde konzipiert von dem Referat Kultur und Geschichte des Landratsamts Konstanz zusammen mit dem Hegau-Geschichtsverein und 2017 zum ersten Mal in der Bodenseehalle des Landratsamts Konstanz gezeigt.

Vernissage: Donnerstag, 13.September, 19:30 Uhr

Bild: Die Ausstellung im Landratsamt Konstanz
Foto: Stadt Engen

S t u b e n g e s e l l s c h a f t — K u n s t v e r e i n

Katrin Parotat, "Auflösung Ordnung Komplexität"

10.11.2018-06.01.2019

Katrin Parotat, geboren 1990 in Engen, studierte Malerei/Textile Künste an der Erlenbach Kunstschule in Berlin und an der Kunsthochschule Halle, Burg Giebichenstein. Im Wintersemester 2015/2016 erhielt sie ein Erasmusstipentium an der Mimar Sinan Universität in Istanbul.
 
Katrin Parotat ist Textilkünstlerin und hat 2017 ihr Studium abgeschlossen. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit hat sich die junge Künstlerin mit dem Thema Orientierung, Ordnungsbildung und deren Auflösung auseinandergesetzt. Dabei hat sie die Wirkung von übersichtlichen bis zu komplexen Strukturen auf formaler Ebene untersucht. In der Ausstellung „Auflösung Ordnung Komplexität“ werden Arbeiten und Experimente zu sehen sein, die während der Diplomphase und im Anschluss entstanden sind.
Was bedeuten Strukturen für den Menschen?
Wie verändern sich ordnungsbildende Systeme, gerade in der heutigen Zeit, in der Konstanten und für selbstverständlich erachtete Lebensweisen aufbrechen?
Können Strukturen beweglich sein?

Vernissage: Freitag, 09.November, 19:30 Uhr

Katrin Parotat, Komplexe Gefüge, Still Videoloop, Größe variabel, 2017
Foto: Künstlerin

F o r u m r e g i o n a l

Monika Rosenberger, "inMotion"

16.11.2018-13.01.2019

An den Bildern von Monika Rosenberger erkennt man gleich, dass die Malerin sich für den Prozess des Malens interessiert. Da sieht man die pure Freude an einem gestischen, an einem impulsiven Spiel mit der Farbe und der Form, man erlebt, wie die Künstlerin sich ohne intellektuelle Hürden und Hindernisse in das Bild hinein begibt. Es bricht aber kein anarchisches Chaos aus, sondern die ordnende Hand ist nach wie vor in der Komposition zu erkennen, und auch gegenständliche Elemente wie Boote, Ruder, Netze, Fischreusen und Menschen, manchmal auch Schrift oder andere Zeichen sind in die Werke eingefügt. Monika Rosenberger sagt selber, dass sie oft keine Bilder, keine Vorbilder im Kopf hat, bevor sie zu malen beginnt, sondern dass sie mit einem Gegenstand anfängt, und das Bild sich dann entwickelt und wächst. Sie begibt sich auf einen Weg, und das Ziel ist nicht vorhersehbar, es ist ein Spiel mit dem Unbekannten, und dabei kommen wunderbar feinfühlige und auf den ersten Blick lebensfrohe Endprodukte heraus.
 
Dennoch ist es nicht nur das Leichte, die Landschaft, die Freude an hellen Farben, das Licht des Südens, das positiv-bewegte und Spielerische, das ihre Kunst auszeichnet, denn es gibt auch durchaus ernste Themen, die sie in ihren Serien, so z.B. in der Serie „Menschenrechte“ verarbeitet. Hier werden existenzielle Bedürfnisse und Rechte des Menschen nach Freiheit, nach freier Ausübung von Meinung, von Versammlung, von Religion und anderes angesprochen. Da erkennt man vermummte Menschen oder Gitter, die wie Gefängnisse anmuten, Vögel, die frei werden, sperrige Barrieren, die Menschen in ihrer Freiheit einschränken. Und ist das Boot voller Menschen, von denen wir nur die Köpfe sehen und das an einem hellen Sandstrand angeschwemmt wird, nicht vielleicht eine Anspielung auf die vielen Flüchtlinge, die aus „unfreien“ Ländern nach Europa streben, um hier ihre Freiheit endlich leben zu dürfen ? Da geht es nicht mehr nur um ein Spiel, sondern da werden ernste Themen angesprochen, Ankunft und Abschied, Hoffnung und Traum, die uns alle angehen. (Ulrike Niederhofer)
 
Vernissage: Donnerstag, 15.November, 19.30 Uhr

Bild: inMotion#3⁄1
Foto: Künstlerin

 

Kontakt

Stadt Engen
Kulturamt
Hauptstraße 11
78234 Engen

Ansprechpartner

Dr. Velten Wagner

Öffnungszeiten des
Städtischen Museum
Engen+Galerie

Di - Fr. 14:00 - 17:00 Uhr
Sa und So 10:00 - 17:00 Uhr