Archiv 2016

15. 01. – 13.03.16

Siegi Treuter, " keine masche", Malerei / Objekte

Siegi Treuter stammt aus Friedrichshafen und studierte von 1989 – 1993 in Freiburg Malerei und Plastik. Die heute in Bodman-Ludwigshafen lebende Künstlerin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Arbeit der Künstlerin zeichnet sich durch spielerische und phantasievolle Kombinationen von Bildern, Objekten und Installationen aus. Sie kombiniert Designobjekte mit Malerei, arrangiert textile Raum-Installationen und bringt vorgefundene Gegenstände in neue, ungewohnte visuelle Zusammenhänge. Ihre Malerei bezeichnet Siegi Treuter als „überaus vital und sinnlich“. Die Intensität der Farben dominiert die auf organische bzw. geometrische Grundmuster reduzierten Formen. „Ziel meiner Malerei ist es“, berichtet Treuter, „die Tiefenstrukturen sichtbar zu machen.“ Durch mehrfache Schichtungen der bevorzugten Öltechnik entstünden Farbkontraste mit einer intensiven Lichtwirkung und differenzierter Stofflichkeit. „Die Kraft der Farbe wirkt sich unmittelbar auf die Sinne aus. Die Arbeiten sind direkte Umsetzungen von Energie.“
 

Vernissage: Donnerstag, 14. Januar, 19:30 Uhr

Siegi Treuter, „vernetzt“, PE folie, 2015
Foto: Künstlerin

22.01.- 06.03.2016

Manfred Müller - Harter, "Allegorische Landschaften und kleine Geschichten von fast allem"

In seinen „allegorischen Landschaften“ spielt Manfred Müller-Harter mit einem etwas aus der Mode gekommenen Genre. Die Bilder dieser Werkgruppe führen die Themen vergangener Ausstellungen, wie „Weltbilder“ (Engen, 2007) und „Das Denken der Spur“ (Konstanz, 2008) fort. Einerseits wird mit ironischem Augenzwinkern der Bestand unseres „gesicherten“ Weltwissens in Frage gestellt, andererseits sind seine Landschaften „Erfahrungsräume“ oder, wie Ernst Bloch es ausdrückte, „Wunschländer des Erkennens“. Sie sind Müller-Harters Art nachzudenken – die es ihm erlauben,  „Spuren“ zu folgen. Sie sind Einladungen zu „Irrfahrten“. „Die Irrfahrt ist es, die es uns gestattet, uns festzulegen.“ Sie stellen aber auch das Verhältnis von Zeit und Raum in Frage, „Die Zeit ist eine Landschaft…“  (Glissant, Traktat über die Welt).

Die 120 kleinformatigen Bilder „kleine Geschichten von fast allem“ sind eine persönliche Zeitreise durch 40 Jahre künstlerischen Schaffens. In ihnen werden Reiseerfahrungen und Zeitgeschichte, Musik und Literatur,  Heiteres und Nachdenkliches wild gemischt. Viele dieser „Miniaturen“ haben Gedichte zum Ausgangs- oder Endpunkt.

Manfred Müller- Harter: „Die alten Mappen hervorzuholen und zu  durchforsten, mich mit meiner eigenen Vergangenheit zu konfrontieren,  war für mich ein Aha-Erlebnis.  Zum einen weil, es mich immer wieder überraschte, wie sehr meine gegenwärtigen Arbeiten in den kleinen Bildern der 70er und 80er Jahren bereits angelegt sind, zum anderen aber auch zu merken, dass man schon eine schöne Strecke Wegs gegangen ist.“ 
 

Vernissage: Freitag, 22. Januar, 19:30 Uhr

Manfred Müller – Harter, Allegorische Landschaft 1, Erden auf Leinwand 2015                       

19.03.-22.05.2016

Martin Kasper, "Bruchstücke. Spiegelfragmente"

Martin Kasper wurde 1962 in Schramberg geboren, studierte 1982 – 1987 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und lebt heute in Freiburg.

Martin Kasper ist für seine zumeist großformatigen, in altmeisterlicher Tempera gemalten Architekturbilder bekannt, die menschenleere Innenräume zeigen: Ob Diskotheken, Flure,  Kinofoyers, Museums- oder Warteräume – die Bilder faszinieren durch ihre sogartigen Wirkungen und Spiegelungen, durch die Wände und Decken entmaterialisiert erscheinen. „Realistisch“ wirken diese Räume nur auf den ersten Blick. Durch die vielfältigen ästhetischen Brechungen, Durchsichten in anstoßende Räume und flächig-abstrakten Begrenzungen reflektiert Kasper die Wirkung der malerischen Mittel und lotet die Malerei nach ihren materiellen und geistigen Möglichkeiten aus. Neben den Architekturbildern entstehen seit einigen Jahren Figurenporträts, die die Proportion des Raumes ausloten, aber auch zeichnerische Annäherungen an die menschliche Physiognomie im Ruhezustand. Durch die Stilllegung sowohl der Räume als auch der Gesichter suggeriert Kasper eine imaginäre Übertragbarkeit bzw. Vertauschbarkeit: Die Porträts werden zu psychologisch gestimmten Denkräumen und die Architekturbilder zu Physiognomien, die ihre individuell eigene Geschichte in sich tragen. Anlässlich der großen Ausstellung auf der Darmstädter Mathildenhöhe 2014 übertrug Ralf Beil das Rilkewort auf Martin Kaspers Architekturbilder: „Durch alle Wesen reicht der eine Raum: Weltinnenraum.“


Vernissage: Freitag, 18. März, 19:30 Uhr

Martin Kasper, „DAN 1“, Tempera auf Leinwand, 2015

04.06. - 17.07.2016

Silvia Heger, "Leichtfänger "

Die Vielseitigkeit des Werkstoffes Papier fasziniert Silvia Heger seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit. Papier kann zart sein und ist doch fest, vergänglich und voller Leichtigkeit. Die Künstlerin begnügt sich nicht mit der traditionellen Zweidimensionalität von Papier. Ihre Arbeiten sind vielmehr abstrakte Zeichnungen im Raum. Auf Drähten aufgereihte Blattansammlungen nehmen sie als wippende, schwebende oder kompakt aneinandergefügte Plastiken den Raum ein. Durch das Verschnüren und Ummanteln mit Papierfasern werden Zweige und Äste zu archaisch anmutenden Objekten.

Die Plastiken befinden sich gleichsam in einem Schwebezustand, in einer fragilen Balance.

Die Besucher sind eingeladen, in diesen Kosmos einzutauchen. Schritt für Schritt eröffnen sich neue Sichtweisen auf die Objekte. Aber auch die Arbeiten selbst verändern sich durch das Spiel mit Licht und Schatten und der Bewegung im Raum.

Silvia Heger wurde in Konstanz geboren, studierte in Wien, Freie Grafik und Malerei. Seit 1990 Teilnahme an internationalen  Projekten und Ausstellungen im In- und Ausland.


Vernissage: Freitag, 3. Juni, 19:30 Uhr

Silvia Heger, Leichtfänger
forum regional

10.06. - 24.07.2016

Rainer Nepita, "Von Natur aus"

Rainer Nepita wurde 1954 in Schweinfurt geboren, studierte von 1977 – 1983 an den Staatlichen Akademien der Bildenden Künste in Karlsruhe und Freiburg und lebt heute in Oberkirch/Baden.
 
Zeichenhaft, fast kalligraphisch wirken Rainer Nepitas Bilder, die er auf der Basis eingehender Naturstudien entwickelt. Doch zeichnet der Künstler nicht nach der Natur, sondern blickt gleichsam hinter die Erscheinung und zeigt die inneren Kräfte und Dynamiken, die im Verborgenen wirken. In seinen zeichnerischen und malerischen Motiv-Verschlingungen klingen gestalterische Präzision und natürliche Vitalität kraftvoll zusammen. Denn was sich auf der Leinwand spontan, bisweilen chaotisch ausnimmt, ist ein Spiel antagonistischer, dann wieder einander überlagernder Formkräfte, sind tänzerische Rhythmen, die dem inneren Werdeprozess natürlichen Wachstums abgelauscht zu sein scheinen.


Vernissage: Donnerstag, 9. Juni, 19:30 Uhr

Rainer Nepita, Alphabet blau, 2012, Öl, Graphit auf Leinwand
Foto: Künstler

30.07. - 11.09.2016

Nazanin Pouyandeh, "L´envers de l´histoire - Die andere Seite der Erzählung"

Nazanin Pouyandeh wurde 1981 in Teheran geboren. Nach der Ermordung ihres regimekritischen Vaters im Jahre 1998 emigrierte sie aus dem Iran und lebt seitdem im Exil in Paris, wo sie bis 2005 an der École nationale supérieure des Beaux-art studierte. Ihr Werk wurde mehrfach ausgezeichnet.

Pouyandehs Ölbilder wirken auf den ersten Blick exotisch, rätselhaft und in der Kombination scheinbar disparater Bildelemente phantastisch. Wie auf einer Bühne zeigt sie junge Männer und Frauen, die sich zu abenteuerlichen Spielen oder Ritualen inmitten einer archaisch, bisweilen auch endzeitlich anmutenden Naturszenerie versammelt haben. Diese Spiele sind keineswegs unschuldig, da sie von angedeuteten und untergründig mitschwingenden Gewaltpotenzialen durchdrungen sind. Die Dechiffrierung der Symbole, die sie dem abendländischen als auch dem orientalischen Kulturkontext entnimmt, führt zu keinem eindeutigen Bildinhalt. Die Interpretation ihrer Arbeiten, die Pouyandeh als „mentale Bilder“ bezeichnet, überlässt die Künstlerin der Eigenerfahrung und Imagination des Betrachters. Allgemein lässt sich Pouyandehs sinnliche, vitale Malerei zwischen den beiden Polen des irdischen Paradieses und der Hölle verorten. Erfahrene Glücksmomente können unvermittelt in Gewalt umschlagen und latente Aggressionen phantasievoll im Zusammenspiel der Bildakteure zu einem sozialen Miteinander führen. Pouyandehs Fähigkeit, die Extreme der menschlichen Existenz unter der Schönheit lebensvoller Malerei hervorscheinen zu lassen, und das Spiel mit unterschiedlichen kulturellen Codes charakterisieren den Stellenwert ihrer im Grenzgebiet der Kulturen anzusiedelnden künstlerischen Position.
 

Vernissage: Freitag, 29. Juli, 19:30 Uhr

Der Link zum Video über die Vernissage am 29. Juli 2016 auf Youtube:

https://youtu.be/dxy-ZRaKvkM

Nazanin Pouyandeh, Zarathoustra, Öl auf Leinwand, 2010
Foto: Künstlerin
forum regional

16.09. - 08.11.2016

Georg Elser, "Ich habe den Krieg verhindern wollen"

Die Wanderausstellung wurde von der Landeszentrale für politische Bildung  in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin konzipiert und durch die Stiftung Baden-Württemberg gefördert. Sie dient dem Ziel, die Erinnerung an den Mut und die Zivilcourage des Widerstandskämpfers Georg Elser wach zu halten und zu vertiefen.  Bereits im Herbst 1938 entschließt sich der Schreiner Johann Georg Elser, die nationalsozialistische Führung – Hitler, Göring und Goebbels – zu töten. Er will so den drohenden Krieg verhindern. Elser weiß, dass Hitler regelmäßig am 8. November zum Jahrestag seines Putschversuches von 1923 im Münchener Bürgerbräukeller spricht. Elser verschafft sich Zugang zum Veranstaltungsort und stellt fest, dass der Saal nicht bewacht ist. In wochenlanger Arbeit präpariert er dort ein Jahr später eine tragende Säule des Veranstaltungssaales für die Aufnahme eines Sprengkörpers

Hitler verlässt am 8. November 1939 unerwartet nur wenige Minuten vor der Explosion den Versammlungssaal und entkommt so dem Anschlag.

Elser, bis dahin unerkannt geblieben, wird um diese Zeit in Konstanz beim Versuch, in die Schweiz zu entkommen, von Zollbeamten festgenommen und wegen verdächtiger Gegenstände in seinen Taschen der Polizei übergeben. Nach tagelangen Verhören in München gesteht Elser schließlich seine Tat und bekräftigt dabei seine Absicht, durch die Tötung Hitlers den Weg zu einem europäischen Frieden öffnen zu wollen.

Die Nationalsozialisten sehen in Elser zunächst ein Werkzeug des britischen Geheimdienstes. Dies vermuten auch viele Zeitgenossen, bis hinein in die Kreise des bürgerlichen und militärischen Widerstands. Heute kann Elsers Alleintäterschaft nicht mehr angezweifelt werden. Er wird am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, im Konzentrationslager Dachau ermordet.

Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus war nach 1945 heftig umstritten und konnte sich erst in den fünfziger Jahren in seiner Bedeutung für die politische Kultur der Bundesrepublik durchsetzen. Gerade die Tat Elsers gehörte zu den Aspekten des Widerstandes, um die sich noch lange Zeit Gerüchte rankten. Noch lange nach 1945 wurde Elser oftmals diffamiert und sein Handeln verschiedensten Auftraggebern zugeordnet. Heute können seine Alleintäterschaft und seine politisch-moralische Motivation nicht mehr bezweifelt werden.

Erst 1969 veröffentlichte Anton Hoch vom Institut für Zeitgeschichte die Ergebnisse seiner Recherchen und räumte zweifelsfrei die alten Mythen um Elser aus dem Weg. Ein Jahr später veröffentlichte Lothar Gruchmann das Protokoll der Vernehmung Elsers, das er in den Akten des Reichsjustizministeriums im Bundesarchiv gefunden hatte. Dieses eindrucksvolle Dokument ist zwar über weite Strecken in der Sprache der Täter gehalten; es ermöglicht dennoch wichtige Einblicke in das Leben und in das Denken von Georg Elser. Diese Publikationen leiteten eine Wende in der öffentlichen und wissenschaftlichen Einschätzung zu Georg Elser ein. Dennoch blieb Elser weiterhin jene öffentliche Anerkennung versagt, die seine Tat verdient. Ein Gelingen seiner Tat hätte sowohl die Ausweitung des im Herbst 1939 begonnenen Krieges als auch den Massenmord an den Juden Europas verhindern können. Insofern ist es logisch, wenn Joseph Peter Stern in Elser den »wahren Antagonisten« Hitlers und dessen »moralisches Gegenbild« sieht.

Diese Dokumentation wurde erstmals 1997 in Zusammenarbeit zwischen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin, dem Georg-Elser-Arbeitskreis in Heidenheim und der Gemeinde Königsbronn erstellt. Bürgerschaftliches Engagement mündete in eine Ausstellung, die zuerst in Berlin gezeigt wurde und seit Januar 1998 ihren Platz in der Georg Elser Gedenkstätte in Königsbronn hat. Teile der dieser Dokumentation wurden 2009 anlässlich des 70. Jahrestages des Attentates vom 8. November 1939 überarbeitet.

Text: Peter Steinbach/Johannes Tuchel
 

Vernissage: Donnerstag, 15. September, 19:30 Uhr

Georg Elser. Foto: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin

24.09. - 06.11.2016

Matthias Holländer, "Malerei und Fotografie"

Matthias Holländer (*1954 in Heidelberg) studierte nach Kindheit und Jugend in der Schweiz und am Bodensee von 1973 bis 1978 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Nach Arbeitsaufenthalten in Berlin und New York lebt Holländer seit 1980 als freischaffender Maler und Fotograf in Konstanz und Allensbach. Seine malerischen Werke werden seit den 1970er Jahren regelmäßig im In- und Ausland gezeigt, darunter in Basel, Barcelona, Berlin, Frankfurt, Köln, Konstanz, Monaco, San Francisco und Wien. Seit 2007 sind auch seine fotografischen Arbeiten in öffentlichen Ausstellungen zu sehen. Der Künstler erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Prix Fondation Princesse Grace, Monaco und den Konstanzer Kunstpreis.

Ein Höhepunkt der Ausstellung in Engen wird das monumentale Gemälde HEGAU (2010) sein (190 x 300 cm), eine postzivilisatorische Vision und das Zitat einer Ideallandschaft aus einer virtuellen 'Feldherrenperspektive'. HEGAU (2010) eröffnet einen weiten Blick in die urweltlich-vulkanische Landschaft, die am äußersten Horizont in das Band der Schneealpen übergeht, darüber nur ein altmeisterlicher Wolkenhimmel. Ganz im Vordergrund aber, als unausweichliche Blickhürde, ziehen Heuballen, rundliche Formen, maschinell in Plastiknetze gepresst, eine klare Linie gegen die überzeitliche Naturschönheit des Hintergrundes. Aber auch die industriell zugerichteten Heuballen weisen Zeichen naturgebundener Vergänglichkeit auf: durch das Plastikgeflecht dringen Pflanzenarme, ranken sich erste Blüten, Schneereste deuten die lange Zeit der Lagerung und Überwinterung an.

Die Ölbilder Matthias Holländers entstehen in langwierigen, monatelangen, bisweilen jahrelangen Prozessen, einem Wechsel von Farbauftrag, Lasur für Lasur, und Abschleifvorgängen, die der Künstler selbst als ein immer wiederkehrendes, aggressives sich Auseinandersetzen beschreibt, ein beharrliches, oft nächtliches Ringen um das Erscheinen lichter Farbigkeit, das am Ende dann in die eigentümliche Glätte der Bildoberflächen mündet.

Auch das fotografische Oeuvre des Künstlers, das sich seit 2006 als eigenständiges Medium neben seiner Malerei etabliert hat, ist in dieser Ausstellung vertreten. Neben den bekannten großformatigen Fine Art Prints aus der Serie „Nature Morte“  werden neuere fotografische Arbeiten zu den Themen „Hecken“, „Textures“ und „My Most Beautiful Abandoned Places“, sowie die neuesten Arbeiten aus der Serie „Body Check“ präsentiert.
 
Holländer versteht sich als bekennender „Realist“:

"Realismus ist für mich viel mehr als eine Stilrichtung, die sich in Kategorien aufteilt wie Fotorealismus oder Hyperrealismus, etc. Für mich ist es eine Haltung, eine Lebenseinstellung. Eine Reflexion über unseren Sehapparat, eine ständige Auseinandersetzung mit meiner gehirninternen Bildverarbeitung, ein Experimentieren mit bildnerischem  Wahrnehmen, Denken und Täuschen: das alles bedeutet es für mich, Realist zu sein. Das Mimetische ist dabei ganz zentral. Es ist die Magie der Verdopplung der Realität, die subversive Multiplikation der Perspektiven, die mich fasziniert; die mediale Situation; ganz im Fluss der Eindrücke und natürlich ständig im Fluss des intuitiv kreisenden Blicks. Ich bin ein Beobachter. Mich faszinieren die Geschichten, die von Räumen erzählen, auch von geschichtsträchtigen Räumen: solche, die verworfene Schichtungen der Vergänglichkeit darstellen, von Spuren der Kultur berichten, die sich die Natur zurückerobert hat, von Bruchstellen unserer Zivilisation, an der sich unsere neuen industrialisierten Strukturen mit etwas Vorausgegangenem überlappen. Viele meiner Bilder zeigen Zustände und Motive der vermeintlich konservierten Vergänglichkeit – aber auch die Vergänglichkeit lebt fort, das sieht man in meinen Bildern."

Bereits 1996 beschrieb der Schriftsteller Adolf Muschg das eigentümliche Wechselspiel zwischen den Gattungen Malerei, Zeichnung und Fotografie im Werk Matthias Holländers wie folgt:
 
„Holländer ist keineswegs nebenbei Fotograf, er zeigt auch, dass er es ist, wenn er malt, aber er malt keine Fotografie. Ein Rückblick auf diese würde vielmehr erlauben, sie im Lichte des gemalten Bildes neu zu lesen – keine Version ist das Original, oder beide. Es sind Variationen einer von unterschiedlichen Medien gestützten Wahrnehmung.“


Vernissage: Freitag, 23. September, 19:30 Uhr

Matthias Holländer, „KRITISCHE MASSE“, Triptychon, Öl- u. Acrylfarben auf Dibond, 2014. Foto: Künstler

19.11.2016 - 15.01.2017

"Kunstkrippen unserer Heimat" - Von drei Generationen der Familie Scheller

Max Scheller jun. (geb. 1921, gest. 1985), sein Sohn Ulrich Scheller (geb. 1949), sowie der Enkel Urs Scheller (geb.1981) haben sich dem Weihnachts-Kunst-Krippenbau verschrieben.

Mit Ihrer Familientradition, die weit über die Grenzen von Engen hinaus bekannt ist, zählt die Familie Scheller zu den wichtigsten Krippenbauern im Schwarzwald.

In den 1930er Jahren war Max Scheller einer der ersten Schramberger Krippenbauer, der sich von der offenen Landschaftskrippe entfernte und zum Kastenkrippenbau überging. Künstlerischer Szenarien mit reizvoller Tiefenwirkung, dramaturgische Beleuchtungen und eine Vielfalt architektonischer Gestaltungselemente, die das Auge des Betrachters zum Wesentlichen führen, sind charakteristisch für die Wirkung dieser Kunstkrippen.

Ulrich Scheller gab von Anfang an der Kastenkrippe den Vorzug, die er in seiner Kindheit im näheren Umfeld kennen lernte, haben doch die Kirchen in Schramberg und die befreundete Krippenbauerfamilie Schimpf in Offenburg diese Art der Krippe als die „ihre“ entdeckt und gepflegt. Urs Scheller begann mit der Gestaltung offener Krippenlandschaften, fand jedoch im Laufe der Jahre auch größeren Gefallen an den Kastenkrippen und führt die Familientradition seit jungen Jahren erfolgreich weiter. Durch den Bezug zur Heimat werden Gestaltungselemente übernommen, die das architektonische Schema der Krippen immer wieder abwandeln. Auf diese Weise entstehen einzigartige Unikate.

Die Besucher der Ausstellung können in die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten der Krippendarstellungen eintauchen und sich von ihren unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten faszinieren lassen. Zu sehen sind große Bühnenkrippen, Kastenkrippen, auch offene Krippen, bis hin zu kleinsten Darstellungen. Die dreidimensionalen Kunstkrippen öffnen ganz eigene, mit dem Auge „begehbare“ Welten, deren Ausdruckkraft nur vor dem Original erlebt werden kann.


Vernissage: Freitag, 18. November, 19:30 Uhr

Kunstkrippen von Max, Ulrich und Urs Scheller

 

Kontakt

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78234 Engen

Ansprechpartner

Dr. Velten Wagner

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