Ausstellungen 2017

28.01. - 12.03.2017

Sine Semljé, Lines touching Then an Now - Linien berühren Zeitalter

Sine Semljé wurde in Langenberg / Rheinland geboren, studierte bei Prof. Schoofs in Wuppertal Freie Grafik und Malerei. Sie nahm an internationalen Projekten und Ausstellungen im In- und Ausland teil.
 
In früheren Jahren stärker auf die Druckgrafik konzentriert, sind die Arbeiten Sine Semljés seit längerer Zeit umfassender und in ihrer Technik vielfältiger geworden, wobei sich die Künstlerin vorwiegend aus Begegnungen zwischen Linien unterschiedlicher metaphysischer Herkunft inspiriert sieht. Fotos aus dem Wasserburger Tal bei Engen dokumentieren eindrücklich die für den Menschen unvorstellbaren Zeiträume erdgeschichtlicher Dimension.
 
„Durch eine individuelle Bearbeitung hebe ich Linien und Flächen hervor, die mir besonders wichtig sind“, berichtet die Künstlerin über ihre Arbeitsweise. „In einem ganz speziellen Digitaldruckverfahren werden dann die Fotos großformatig auf Pergamentpapier gebracht. Die Arbeiten sind auf das für mich Äußerste reduziert – zarteste In-Pasto-Linien – nahezu in Hauttönen – stellen in der Begegnung mit den „ewigen“ Felsen Fragen zum Sein ...“ 
 
Mit diesen Gegenüberstellungen eröffnen Sine Semljés Werke eine Begegnung des Damals und des Jetzt, einer mythischen Vergangenheit und der Gegenwart.
 
Vernissage: Freitag, 27. Januar, 19:30 Uhr

Sine Semljé, „O.T.“, Fotodruck auf Pergament, Acrylfarbe, 2016
Foto: Künstlerin

03.02. - 12.03.2017

Werkschau - Museumspädagogik

Mit einer umfangreichen "Werkschau" eröffnet das Städtische Museum Engen im forum regional die Saison 2017. Ausgestellt werden Arbeiten, die im Workshop- Atelier 2015/16 entstanden sind. Zu sehen sind Arbeiten mit Acryl, Kreiden, Karton und Collagen. Die Teilnehmer und Kursleiterin Gabriele Schlenker laden herzlich zu dieser Ausstellung ein, die am Donnerstag, 2. Februar, um 19:30 eröffnet wird.
Nach der Einführung durch Museumsleiter Dr. Velten Wagner und Gabriele Schlenker gibt es reichlich Gelegenheit zu Gespräch und gegenseitigem Austausch...

Vernissage: 2. Februar, 19:30 Uhr

Workshops 2017 (3,134 MB)

Workshop im Engener Museum
Foto: Gabriele Schlenker

28.03. -.30.07.2017

Ida Kerkovius 1879-1970, "Im Herzen der Farbe"

Mit Ida Kerkovius (1879-1970) zeigt das Städtische Museum eine Künstlerin der Klassischen Moderne, deren Werk bis heute auf die Entdeckung durch ein größeres Publikum wartet. Sie war Schülerin Adolf Hölzels an der Stuttgarter Akademie und gehörte, wie ihre berühmten Kollegen Willi Baumeister und Oskar Schlemmer, zur Avantgarde der deutschen Kunst. In Stuttgart verbrachte sie die längste Zeit ihres Lebens, von hier ging sie auf Reisen u.a. nach S. Angelo auf Ischia, in die Bretagne, nach Norwegen und malte ihre farbintensiven Reisepastelle - hier musste sie aber auch die dunkle Zeit des Nationalsozialismus und die Zerstörung ihres Ateliers im Bombenhagel des 2. Weltkriegs erleben. Von 1920-23 besuchte sie das Bauhaus in Weimar, wo sie sich die Kunstlehren von Johannes Itten, Wassily Kandinsky und Paul Klee aneignete, und das sie als reife, autonome Künstlerin verließ. Als sie schließlich, hochbetagt und hochgeehrt, im Alter von über 90 Jahren in der schwäbischen Metropole starb, war die kleine Dame mit den blauen, wachen Augen als letzte Vertreterin der Moderne bereits zur Legende geworden. Kerkovius, die Zauberin der Farbe, hat als besonderes Merkmal ihrer Kunst eine die Seele des Menschen berührende, emotionale Bildsprache hervorgebracht, die den Betrachter als phantasiebegabtes Wesen in die sinnliche Wahrnehmung ihrer Bilder miteinbezieht.
Ihr undogmatisches, keiner Stilrichtung verpflichtetes Kunstverständnis brachte Kerkovius seitens der Kritik aber auch den Ruf einer „naiven“ Malerin ein, die der „weiblichen“ Intuition, nicht aber dem „männlichen“ Intellekt folge. So überholt dieses traditionelle Rollenklischee heutzutage auch ist, es blieb nicht ohne Wirkung. Hier setzt die Konzeption der Ausstellung an, die den offenen, zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion angesiedelten Werkcharakter von Kerkovius aufgreift. In speziell aufeinander abgestimmten Konstellationen treten die Bilder miteinander in Dialoge. Die schöpferische Intelligenz ihrer Bildsprache, das Sprühende und Inspirierende ihres Schaffens wird auf diese Weise unmittelbar erkennbar und erlebbar.
Neben assoziativen Werkgruppen werden die für Kerkovius charakteristischen Sujets „Reisebilder“ und „Stillleben“ sowie speziellere Themen wie „Zirkusbilder“ und „Kinderkunst“ gezeigt. Das Thema „Kinderkunst“ – die für die Moderne so einflussreiche Rezeption kindlicher Bildwerke – wird mit Blick auf Paul Klee im Ausstellungskatalog ausführlich behandelt. In einem Dokumentarfilm von 1966 stellt sich die Künstlerin selbst vor - auf einer Reise nach Venedig.

Vernissage: Sonntag, 26. März, 11:30 Uhr

Ida Kerkovius, "Verkündigung" (Selbstbildnis), Öl auf Leinwand, 1932
Kunstmuseum Stuttgart. Foto: Kunstmuseum Stuttgart

Nähere Info zur Ausstellung (3,916 MB)

Einladungskarte (2,427 MB)

12.08. - 24.09.2017

Nikolaus Cinetto, "Mikrokosmos"

Nikolaus Cinetto wurde 1967 in Ulm geboren, studierte von 1989-1997 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Peter Grau und Prof. Rudolf Schoofs. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Kulturförderpreis der Stadt Singen. Er lebt und arbeitet in Stuttgart.
Nikolaus Cinetto schneidet seine Druckstöcke aus Holz in verschiedenen Größen, die er dann zu immer wieder neuen Formen kombiniert und auf transparente Bildträger überträgt.
„Fast scheint es ein Naturalienkabinett, aber eines, in dem das Mikroskop den Blick lenkt: das in Herbarien klein zu Erwartende erscheint bedrängend groß. Aber wohl mehr ist Nikolaus Cinettos Atelier ein Arsenal. Die Dinge, die wachsen sollen, haben hier ihren Grund und Stoff, und die Unzahl der Möglichkeiten, nach deren jeweils einer sie sich schließlich formen werden. Eine Werkstatt der Kunst analog der Werkstatt der Natur. Ein Demiurg scheint am Werk. Im suchenden und erprobenden Spiel mit dem, was vor Augen und zur Hand ist, formen sich ihm die Mutationen aus dem Kopf. Aufnehmen, Zusammenhalten, Verwerfen, veränderndes Zusammenfügen: ein unermüdliches Prüfen, ein Erspüren aus beherrschter Willkür.“ (Franz Josef van der Grinten)

Vernissage: Freitag, 11. August, 19:30 Uhr

Nikolaus Cinetto: „O.T.“, Holzdruck auf Zeichenfolie, 2016
Foto: Frank Kleinbach

18.08. - 01.10.2017

Gudrun Kirschhöfer

Die 1966 in Möhringen geborene und heute in Emmendingen lebende Künstlerin arbeitet mit Gesteinsmehlen, dünnsten Papieren und Wachs. Die Gesteinsmehle werden in unterschiedlichen Körnungen auf hauchdünne Papiere zu Reliefs geschichtet. Durch die Verbindung mit Wachs ergeben sich fein differenzierte und zarte Farb- und Formspiele sowohl gegenständlicher als auch abstrakter Natur. Dies können Kleidungsstücke sein, aber auch Sonnenstrahlen, der Mond oder Gefäße. Poetisch und entrückt wirken die oft aus 30 und mehr Schichtungen hervorgegangenen Werke, deren Transformation von einem harten, festen Material wie Stein in flüssig wirkende Figurationen die Künstlerin besonders fasziniert. Gudrun Kirschhöfer: „Stein wird zu Pulver gemahlen, mit einem Binder flüssig angerührt, und nach dem Auftrag verfestigt er sich dann wieder. Stein als räumliche Erscheinung erhält dadurch etwas Leichtes, durch die dünnen Schichtungen auch etwas Luftiges. Diese Widersprüche lassen sich bei der Arbeit mit Gesteinsmehlen verbinden und ermöglichen mir, spielerisch damit zu experimentieren.“

Vernissage: Donnerstag, 17. August, 19:30 Uhr

Gudrun Kirschhöfer, Sommerkleid, Gesteinsmehle, Pigmente, Papier und Wachs auf Leinwand, 2013
Foto: Künstlerin

07.10. - 19.11.2017

Anna Krammig, "Penumbra"

Interieurs, in denen lediglich Gegenstände in gedämpfte Farben sowie Licht und Schatten getaucht sind, geben vielleicht am anschaulichsten den Begriff des Stilllebens, des stillgestellten Lebens wieder. In Anna Krammigs lasierender Ölmalerei werden Schatten von Gegenständen oder menschlichen Figuren auf sonnenbelichtete Hauswände projiziert und mit der „realen“ Architektur, der „realen“ Vegetation verbunden, ohne dass Gegenstand und Schatten einen Wirkungszusammenhang eingingen. Die Schatten gewinnen, unabhängig von ihren Verursachern, ein Eigenleben, das umso eindringlicher wirkt, als die derart strukturierte Imagination an die Stelle des bloß Sichtbaren, gemeinhin Vertrauten rückt. Das kaum Sichtbare öffnet auf diese Weise den Blick für das verborgene Leben zwischen und hinter den Gegenständen, für das Ungreifbare, Unheimliche. Die 1981 in Heidelberg geborene, heute in Zürich lebende Künstlerin kultiviert den Blick für das Unscheinbare, Unspektakuläre, das sie in das Zentrum ihrer Malerei rückt. Das Tiefenleuchten des Immateriellen überschreitet die Schwelle zum Sichtbaren, durchdringt den Raum, erhält die Würdeform des Dinglichen, ohne jedoch in den Sog purer Gegenständlichkeit zu geraten.
Mit den Worten Jean-Christophe Ammanns: „Alle Bilder von Anna Krammig sind irgendwie Stillleben. Stille Leben mit Gerüchen wie aus der Erinnerung gemalt, mit neugierigen Blicken, wie wir sie aus der Kindheit gewohnt sind. Aber da ist kein Pathos, sondern ein aufmerksames Gliedern von Licht und Schatten, von Zimmerfluchten und Blickkorridoren, von Flächen und Raumtiefen. Es sind vor allem die Interieurs, die die Künstlerin in letzter Zeit in Anspruch nehmen. Fast möchte man sagen: vergegenständlichte Abstraktionen, sparsam, aber doch mit den entscheidenden, ins Wahrnehmungsfeld gerückten Details: Eine Türklinke, ein Thonetstuhl, ein Heizkörper mit Wärmeregulator, eine spaltweit geöffnete Tür, eine Geländerverzierung.“

Vernissage: Freitag, 6. Oktober, 19:30 Uhr

Anna Krammig, „O.T.“ (Palme 4), Öl auf Leinwand, 2015
Foto: Künstlerin

02.12.2017 - 14.01.2018

Zeljko Rusic, "Skulptur"

Zeljko Rusic wurde 1967 in Knin bei Split in Kroatien geboren. 1987 Umzug nach Schaffhausen. Seit 1991 lebt und arbeitet der Künstler in Königsfeld im Schwarzwald. Als Atelier dient ihm ein selbstgebautes Blockhaus mitten im Wald, wo seine Skulpturen aus Holz und Metall entstehen.
Zeljko Rusics Skulpturen entstehen aus seinen ganz persönlichen Auseinandersetzungen mit elementaren Fragen des Menschseins. Die sich dabei entwickelnden Inspirationen setzt er unmittelbar mit der Kettensäge um und formt Objekte, die in der zeitgenössischen Bildhauerei nicht in die üblichen Kategorien einzuordnen sind. Er lässt sich nicht auf Abstraktion oder Figuration festlegen. Die Gedanken und Emotionen, die während des Schaffensprozesses freigesetzt werden, bestimmen seinen Umgang mit dem Werkzeug und sein Gefühl für das Material. Sein bevorzugtes Material ist Holz, der Künstler arbeitet aber auch mit Aluminiumguss, Eisenguss oder Cortenstahl.
Seine Werke erzählen Geschichten, die sich der Betrachter als seine eigenen Geschichten aneignen kann, bisweilen haben diese Geschichten auch etwas Geheimnisvolles, das es durch die eingehende Betrachtung zu entdecken gilt. Phantasie und Gefühl sind dabei die wesentlichen Eigenschaften der Bildbetrachtung. Der Künstler selbst lässt alle Deutungen offen und verzichtet darauf, seinen Arbeiten Titel zu geben.

Vernissage: Freitag, 1. Dezember, 19:30 Uhr

Zeljko Rusic, „Figur“ Linde geflammt, Höhe: 190 cm, 2016
Foto: Künstler

08.12.2017 - 21.01.2018

Gabriele Seeger, "Die Tage der vorigen Inseln"

Gabriele Seeger wurde 1949 in Überlingen geboren und lebt heute in Reutlingen. Die Arbeiten der Malerin und Keramikerin setzen sich zentral mit den Themenkreisen Heimat und Exil auseinander, die sie in verschiedenen, inhaltlich und formal geprägten Serien aufgreift. Dabei taucht etwa häufig der Krug als sinngebendes Zeichen auf. Der Krug, um den sich alle scharen, wenn er auf dem Tisch steht, stiftet Gemeinschaft. Zugleich dient er der Künstlerin als Gefäß, als Speicher der Phantasie und der Erinnerungen. Als Form, sei es als kraftvoller Solitär oder in Interaktion mit weiteren Krügen, schlank oder dickbauchig, steht der lebensspendende Krug für menschliche Nähe. In einer weiteren Serie, dem „Selma-Zyklus“, nimmt Seeger die Gedichte der jüdischen Dichterin Selma Merbaum auf, die 1942 in einem deutschen Zwangsarbeiterlager mit nur 18 Jahren ums Leben kam. Auf rot glühenden Hintergründen entwickeln sich dunkelfarbige, kraftvolle Formen, die den Rhythmus der Gedichte aufgreifen, Trauer und Schmerz in eine ergreifende Bildsprache umsetzen. Auf diese Weise hält die Künstlerin die Gefährdung der menschlichen Existenz in ihren Bildern wach, als Zeichen der Erinnerung, als Vertrautheit und Fremdheit und überführt sie in eine spirituell lebendige Gegenwart.

Vernissage: Donnerstag, 7. Dezember, 19:30 Uhr

Gabriele Seeger, „Nachsommer I“, Öl / Acryl auf Leinwand, 2012/13
Foto: Künstlerin

 

Kontakt

Stadt Engen
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78234 Engen

Ansprechpartner

Dr. Velten Wagner

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Städtischen Museum
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